NEUNZEHN PAKETE — UND DAS GAS LÄUFT WEITER
Neunzehn Sanktionspakete. Drei Jahre Krieg. Und das Gas fließt weiter.
Brüssel schickt Paket 19.0. Erstmals ein Verbot für russisches LNG. Hart, sagt die Kommission. Tatsächlich? Nach 3,5 Jahren. Pipeline-Öl läuft weiter — über die Druschba nach Ungarn, in die Slowakei. Eine Ausnahme, angeblich vorübergehend. Vorübergehend seit Jahren.
21,9 Milliarden Euro. So viel hat die EU 2024 für russische Fossile bezahlt. Russlands Ölanteil sank von 27 auf 3 Prozent. Klingt nach Sieg. Beim Gas: von 45 auf 18. Klingt nach Halbzeit. Ist es auch. Im zweiten Quartal 2025 ist Russland zweitgrößter LNG-Lieferant der EU — 13 Prozent, hinter den USA mit 58.
TurkStream pumpt noch. Einzige Pipeline nach dem ukrainischen Transitstopp im Januar 2025. Und Sachsens Ministerpräsident Kretschmer redet offen über Rückkehr. Zwanzig Prozent deutsches Gas aus Russland, sagt er. Kanzler Merz will das nicht. Die EU plant ein permanentes Verbot der Nord-Stream-Röhren. Keine neuen Verträge nach 2025. Ausstieg 2027. So steht es auf dem Papier.
Auf dem Papier steht viel. Amerikanische Investoren interessieren sich für die Schweizer Firma hinter Nord Stream 2. Zwischenhändler zwischen Gazprom und Europa. Trump knüpft US-Sanktionen an europäische Vorleistungen: Banden kappen, Zölle gegen China und Indien. Dahinter, so heißt es, vor allem der eigene LNG-Export.
Und mittendrin: Sefe. Bundeseigen. Importiert russisches LNG weiter. Vom eigenen Einfuhrverbot betroffen. Der Staat bricht seine eigenen Sanktionen — solange der Preis stimmt.
EU-Gasproduktion sinkt. Bedarf steigt. Russland schließt die Lücke. Nicht weil es muss. Weil jemand will. BASF weiß, was billiges Gas heißt. Ich weiß, was es an der Pumpe heißt.
Wer profitiert? Wer schweigt? Wer stopft das nächste Loch — und gräbt drei neue?
❖ Ende des Artikels ❖
