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30. September 2026

Dossier · Wissenschaft & Gesundheit

Algorithmus kennt den Troll — doch wer kennt den Auftraggeber?

30. September 2026 — — Prof. Kessler

Fünf Forscher. Neunzehn Kampagnen. Eine Zahl: vierundneunzig Prozent. Mohammad Hammas Saeed, Shiza Ali, Pujan Paudel, Jeremy Blackburn und Gianluca Stringhini haben auf arXiv ein System vorgelegt, das Konten staatlicher Desinformationskampagnen auf Twitter erkennt — kampagnenübergreifend, nicht nur für ein bekanntes Ziel. Das ist neu. Das ist nützlich. Das ist auch beunruhigend.

KI-generierte Illustration zum Beitrag

Die Methodik ist solide: nicht die Inhalte werden gesucht, sondern das Verhalten. Automatisierte Nachrichten über Planungsdienste, selektives Retweeten, gefälschte Versionen verifizierter Anwendungen. Übersetzt in Merkmale, gefüttert in einen Klassifikator. Das System identifiziert vierundneunzig Prozent der Konten aus ungesehenen Kampagnen und spürt im Wildlauf weitere verdächtige Profile auf. RAID 2024 hat es akzeptiert. Die Reputation der Autoren ist integer.

Doch ich notiere, was nicht gemessen wurde: den Auftraggeber.

Die Studie spricht von neunzehn Kampagnen. Sie nennt staatliche Akteure — die USA, China, Venezuela. Sie benennt Taktiken wie Identitätsreinigung, Astroturfing und Emotionsmanipulation. Sie beschreibt, wie Influencer zu Werkzeugen werden, weil ihre Authentizität und Reichweite genau das sind, was eine Lüge braucht, um zu wirken — und wie dieses gebrochene Vertrauen demokratische Prozesse unterminiert und gesellschaftliche Spaltungen vertieft. Sie spricht von Korridoren zwischen Nordafrika und der EU, in denen Desinformation nicht hängenbleibt, sondern fließt — entlang der Routen, auf denen Flüchtlinge aus Libyen drängen, in einer Lage, die jede internationale Hilfe verlangt.

Was sie nicht sagt: Wessen Geld? Wessen Botschaft? Welche Hand tippt da?

Die Initiativen zur Bekämpfung von Desinformation sind zahlreich — das ist die eine Wahrheit. Die andere: Staaten nutzen das Internet zur internen Kontrolle und zur externen Einflussnahme. Das sind keine zwei Welten. Das ist ein Kontinuum. Wer heute ein Troll-Konto erkennt, hat morgen noch immer keinen Richter, der den Vertrag kündigt.

Vierundneunzig Prozent Erkennungsrate. Sechs Prozent Lücke. Und die Frage, die kein Klassifikator beantwortet: Wem nützt es eigentlich, dass wir nur die Mechanik sehen — niemals den Auftrag?

❖ Ende des Artikels ❖

Prüfbare Behauptungen — 0 von 3 Behauptungen belegt
  1. DATUM Fallstudie Nordafrika-EU-Korridore 2026

    nicht woertlich zuordenbar — die Behauptung ist umformuliert oder findet sich nicht im Wortlaut der angegebenen Quellen; das ist KEINE Aussage darueber, ob sie belegt ist

  2. ZAHL Keine spezifischen quantifizierbaren Zahlen identifiziert

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  3. ZITAT Es gibt keinen direkten Zitatblock

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5 Quellen · 0 davon belegt · 0 externe Belege · 3 prüfbare Behauptungen

Maschinell geprüft: jede Belegstelle wurde wörtlich im Quelltext gesucht. Die Bewertung der Redaktion ist nicht Teil dieser Prüfung.

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