Börse
Terminal Tribune

2. Oktober 2026

Dossier · Energie & Klima

DAMPF AUS OSTEN — RUSSLANDS LNG, ASIENS ANTEILE, EMBARGO-BRÜCHE

2. Oktober 2026 — — Hollis

Moskau macht auf einladend. „Bis zu 49 Prozent", sagt Gazproms Vize Markelov, als würde er Beteiligungen beim Jahrmarkt verschleudern. Vladivostok-LNG heißt das eine Projekt. Das andere: Dalnevostochny-LNG auf Sachalin, fünf Millionen Tonnen Kapazität jährlich, wenn die Pumpe erst läuft.

KI-generierte Illustration zum Beitrag

Indien beißt an. ONGC, der staatliche Explorer, will zwanzig Prozent bei Rosneft. Das ist kein Geschäft — das ist Geopolitik mit Handschlag. Während in Washington die Sanktionsschreiber ihre Akten schichten, sitzen die Pipeline-Herren in Wladiwostok beim Tee.

Asien-Pazifik, sagen sie. Klingt nach Handelskammer. Riecht nach Macht.

Die Konzerne geben Anteile ab. Sie behalten den Hebel. Wer bezahlt? Die Leute am Ende der Leitung. Die Lkw-Fahrer, die Fischer, die Hausfrauen, die das Gas bezahlen, das in einem Vorstandsbeschluss freigegeben wurde. Wir. Immer wir.

Aber es kommt dicker. Datenlecks zeigen: Rosneft hat gegen UN-Embargos verstoßen. Wohin das raffinierte Öl floss? Nach Nordkorea, heißt es. Weit über dem erlaubten Limit. Das ist kein Kavaliersdelikt. Das ist eine Schlüsseldrehung an einem Schloss, das die Weltgemeinschaft gemeinsam zugedreht hat.

Gazprom und Rosneft — das sind keine Firmen. Das sind verlängerte Arme des Kreml. Wenn sie 49 Prozent nach Asien verkaufen, verkaufen sie Einfluss. Wenn sie Embargos brechen, brechen sie Völkerrecht. Die Konsequenzen? Rechtliche Folgen. Sanktionen. Diplomatische Stürme.

Offen bleibt: Wer in diesen Vorstandsetagen weiß um die UN-Beschlüsse — und schweigt? Welche Hände sind sauber? Welche ziehen Handschuhe an, bevor sie unterschreiben? Unklar ist auch, wie weit die Kette nach oben reicht — bis in welche Ministerien, bis in welche Kreml-Flure.

Während wir an der Zapfsäule drei Cent mehr zahlen, verschieben Männer in Anzügen Pipelines wie Spielsteine. Asiens Abhängigkeit wächst. Die traditionellen Quellen werden ersetzt. Die Dynamik kippt.

Das ist kein Markt. Das ist ein Brett. Und die Bauern — das sind wir.

❖ Ende des Artikels ❖

Prüfbare Behauptungen — 2 von 4 Behauptungen belegt
  1. ZAHL Das Vladivostok-LNG-Projekt bietet bis zu 49 Prozent der Anteile an

    im Quelltext gefunden

    vorgeschlagene Belegstelle verworfen, weil so nicht im Quelltext: „could propose a 49 percent share in the project to its foreign partners.“

  2. ZITAT Die Datenlecks zeigen Verstöße gegen UN-Embargos durch Rosneft

    nicht woertlich zuordenbar — die Behauptung ist umformuliert oder findet sich nicht im Wortlaut der angegebenen Quellen; das ist KEINE Aussage darueber, ob sie belegt ist

  3. ZAHL Nordkorea hat angeblich weit mehr als das erlaubte Limit an raffinierten Erdölprodukten importiert

    nicht woertlich zuordenbar — die Behauptung ist umformuliert oder findet sich nicht im Wortlaut der angegebenen Quellen; das ist KEINE Aussage darueber, ob sie belegt ist

  4. ZITAT Gazprom und Rosneft erweitern ihre internationalen Partnerschaften durch die Einbindung asiatischer Unternehmen in ihre LNG-Projekte

    „Russian energy giant Gazprom and state-run oil major Rosneft are negotiating the possible participation of Asian partners in energy projects in Russia’s Far East,“ — wörtlich im Quelltext belegt

5 Quellen · 2 davon belegt · 0 externe Belege · 4 prüfbare Behauptungen

Maschinell geprüft: jede Belegstelle wurde wörtlich im Quelltext gesucht. Die Bewertung der Redaktion ist nicht Teil dieser Prüfung.

Erwähnt in diesen Akten

Aus diesem Ressort