**OPEC+ BREMSEN – WER ZIEHT DIE FÄDEN, WER ZAHLT DIE RECHNUNG**
Sie nennen es Förderdisziplin. Ich nenne es Erpressung mit der Pumpstation.
OPEC+ will die Förderung drosseln, damit der Preis nicht fällt – aber externe Faktoren machen ihnen einen Strich durch die Rechnung. Klingt abstrakt? Ist es nicht. Jeder Dollar, den Saudi-Arabien und Russland oben halten, fehlt am Ende auf der Quittung an der Tankstelle. Die Frage ist nur, wer das Spiel gewinnt und wer es bezahlt.
Da ist zunächst Russland. Der Kreml behauptet, der westliche Preisdeckel – eingeführt von der G7, der EU und Australien, um Moskaus Ölexporte zu begrenzen – werde die eigene Produktion und Wirtschaft nicht ernsthaft treffen. Eine kühne Behauptung. Noch kühner: Moskau hat kurzerhand den Verkauf von Öl an alle Länder verboten, die sich der Preisdeckel-Koalition angeschlossen haben. Ohne Rücksprache mit OPEC+. Ohne Abstimmung. Ohne irgendetwas. Putin handelt wie ein Mann, der weiß, dass sein Partner Saudi-Arabien ihn trotzdem deckt – und in der Tat: Riad und Moskau haben angekündigt, ihre enge Zusammenarbeit fortzusetzen, um den Ölmarkt strategisch zu steuern. Zwei Player, ein Kartell im Kartell.
Gleichzeitig plant Russland, seine Exporte bis 2026 über Schattenflotten weiter hochzufahren. Schattenflotten – das sind Tanker, die keiner sehen will, mit Flaggen, die niemand kontrolliert. Internationale Ermittlungen laufen. Unklar bleibt, wie viele dieser Schiffe tatsächlich unterwegs sind und wer sie versichert. Ebenso offen: wie lange der Westen zuschaut, bevor er handelt.
In der OPEC+ selbst brodelt es. Soll Russland ausgeschlossen werden, weil die Sanktionen seine Förderkapazität unterminieren? Ein Ausschluss würde bedeuten, dass Saudi-Arabien, die Emirate und andere Mitglieder ihre Fördermengen anpassen – und die Preise oben bleiben. Moskau verliert, die Scheichs gewinnen. So sieht der Plan aus, zumindest auf dem Papier.
Was bleibt? Eine Branche, die sich gegen jede Veränderung stemmt. Parallel fließen Milliarden in erneuerbare Energien und alternative Kraftstoffe – nicht aus Überzeugung, sondern weil die Wall Street es so will. Die Wende kommt. Sie kommt nur langsam. Und bis dahin zahlen die, die immer zahlen.
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