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Terminal Tribune

3. Oktober 2026

Dossier · Rüstung & Sicherheit

Die Division der Geister — Desinformation als russische Angriffswaffe

3. Oktober 2026 — — Hagen, Oberstleutnant a.D.

1937 hat jemand Stahl bestellt. Das Werkzeug hat sich geändert, das Kalkül nicht. Heute bestellt jemand Reichweite.

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Ich sitze im Büro und sehe auf Bildschirmen, was Divisionskommandeure früher auf Karten sahen. Aufmarsch. Keine Panzer, keine Kolonnen. Konten ohne Gesicht.

Ghost Accounts.

Die moderne Variante einer alten Taktik. Feindaufklärung ohne Uniform. Beeinflussung ohne Pressefoto. Das Schlachtfeld hat sich verlegt — vom Schützengraben in den Feed.

Die Faktenlage ist eindeutig. Pro-Kreml-Medien verbreiten Desinformation, um geopolitische Narrative zu beeinflussen. Ukraine, EU-Beziehungen, historische Ereignisse. Was wie Lärm aussieht, ist Formation. Strategische Wiederholung. Das Muster verrät die Hand.

Datenströme erzählen den Rest. Werkzeuge sammeln große Mengen, KI-Workflows durchpflügen die EU-Öffentlichkeitsarbeit und legen Manipulationsversuche offen. Ghost Accounts werden identifizierbar. Einflussoperationen werden lesbar wie ein Schlachtplan nach dem Gefecht.

Aber einen Plan lesen heißt nicht gewinnen.

Was fehlt, ist die Therapie. Soziale Medienunternehmen müssen Transparenz erhöhen bei staatlich finanzierten Medieninhalten. Die eine Front. Die andere: Algorithmen, die unabhängige Inhalte priorisieren statt bezahlte Reichweite. Demokratische Gesellschaften müssen beides leisten — Quellen eindämmen UND die soziale Akzeptanz von Falschinformationen reduzieren. Eine Front ohne die andere ist halbe Deckung.

Unklar bleibt, wer die Bezahlströme tatsächlich dirigiert. Die Kreml-Apparate sind benannt. Die Mittelsmänner im Schatten — dort beginnt die echte Aufklärung erst. Ich ermittle weiter.

Hagen, TIE.

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