Vom Stall ins Reagenzglas: Wer koordiniert hier eigentlich?
1937. Die Wissenschaft verspricht viel. Ich notiere.
H5N1 ist nicht neu. Seit März 2024 aber trägt es Kühe. Seit Kurzem auch Katzen — mit neurologischen Symptomen, die wie Tollwut wirken. Dr. Anthony Tran vom California Department of Public Health testet tollwutnegative Katzen nun auf HPAI. Die Katze als „Kanarienvogel in der Kohlemine", sagt er. Treffend. Auch dass wir das Tier brauchten, bevor die Maschinerie ansprang.
One Health. Der schöne Begriff, der Mensch, Tier und Umwelt zusammen denkt. Klingt nach Aufbruch. Praktisch heißt es: öffentliche Gesundheitslabore, klinische Labore, Veterinärlabore, Lebensmittelsicherheitslabore — alle reden miteinander. Die FAO spricht von der Quadripartite-Initiative mit WHO, WOAH und UNEP. Vier Buchstaben, viele Sitzungen. Erweiterte Teststrategien sollen Ausbrüche früh erkennen. Doch Tests erkennen nur, was getestet wird. Wer entscheidet, welche Katze, welche Kuh, welcher Stall beprobt wird? Wer bezahlt die Kapazitäten, die kontinuierlich ausgebaut werden sollen?
Die Biosicherheit in Hochsicherheitslaboren wird beschworen. Ebenso die Transparenz in der biotechnologischen Forschung — um unbeabsichtigte Freisetzungen zu verhindern. Unbeabsichtigte. Das Wort trägt schwer. Wer wacht eigentlich über jene Labore, die an solchen Viren arbeiten — und wer über jene, die es sollten, aber nicht dürfen?
Seit dem Ausbruch 2004 koordiniert die FAO. Reassortment lässt das Virus sich wandeln. One Health soll die komplexen Übertragungswege zwischen Wildtieren, Nutztieren und Menschen managen. Es klingt wie Architektur. Doch wer zeichnet den Bauplan zu Ende — und wer prüft die Statik?
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