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Terminal Tribune

3. Oktober 2026

Dossier · Energie & Klima

Wenn der Wind sich dreht: Die stille Flucht der Ölmultis

3. Oktober 2026 — — Hollis

Zwölf Komma sechs Milliarden Euro. So viel wollten BP und Total Energies im Juni 2023 zahlen, um vier Flächen in Nord- und Ostsee zu ersteigern. Ohne Förderung. Für Windparks. Die hohen Gebote zeigten das Interesse der großen Energieunternehmen an erneuerbaren Energien. Heute ziehen sie sich zurück. Wirtschaftliche oder strategische Überlegungen, heißt es. Übersetzt: Das Geschäft rechnet sich nicht.

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Es war je ein Geschäft? Oder ein Spiel um politischen Goodwill, um Einfluss auf Regulierung? Die Gebote waren zu hoch. Das hätte jedem auffallen müssen, der zuhört, wenn ein Ölkonzern plötzlich die grüne Fahne hisst.

Carlos Simao Ferreira und Kollegen von der TU Dänemark haben 72 Windparks analysiert. Die Energieerträge werden in nationalen Strategiepapieren um bis zu fünfzig Prozent überschätzt. Die Anlagen stehlen sich gegenseitig den Wind. Aerodynamische Grenzen. Der Green Deal braucht Offshore-Wind als tragende Säule. Trägt sie nur halb, bricht das Gebäude. Realistischere Erwartungen sind nötig, um die Ziele des Europäischen Green Deals zu erreichen.

In den Niederlanden: kein Angebot für Nederwiek I-A. In Deutschland: zehn Gigawatt ausgeschrieben, null Gebote im August. Die Investoren rennen. Eine Lücke, die keiner zugeben will.

Während die Konzerne fliehen, macht die Bundesregierung weiter. Sechsundsechzig Milliarden Euro klimaschädliche Subventionen im Jahr 2024, ermittelt vom FÖS. Fünfundvierzig Posten: Diesel, Kerosin, Dienstwagen. Das FÖS fordert: Abschaffung der Kerosinsteuerbefreiung, höhere Besteuerung von Verbrenner-Dienstwagen, Steuerreformen gegen klimaschädliche Subventionen. Die Regierung beschließt einen neuen Tankrabatt. Siebzehn Cent weniger pro Liter, ab Oktober. 1,6 Milliarden fehlen. Klimasubventionen bleiben.

Und der freiwillige CO2-Markt? Überangebot, Qualitätszweifel, regulatorische Unsicherheit. Das Risiko ist erheblich.

Wer profitiert? Die Ölkonzerne, die sich zurückziehen. Die Politik, die grün redet und fossil subventioniert. Die Berater, die Zahlen liefern, die keine halten. Ein Green Deal auf falschen Erträgen. Milliarden für fossile Subventionen. Und das Meer? Das überlassen die Konzerne wieder den Öltankern.

❖ Ende des Artikels ❖

Prüfbare Behauptungen — 1 von 1 Behauptung belegt
  1. ZAHL bis zu 50 %

    „bis zu 50 % überschätzt“ — wörtlich im Quelltext belegt

5 Quellen · 1 davon belegt · 0 externe Belege · 1 prüfbare Behauptung

Maschinell geprüft: jede Belegstelle wurde wörtlich im Quelltext gesucht. Die Bewertung der Redaktion ist nicht Teil dieser Prüfung.

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