BLUTPROBEN UNTER DEM ROTOR — DONG UND DIE NORDSEE
Sieben Cent. Sieben Cent pro Kilowattstunde. Das ist der Preis, mit dem Dong Energy sich die niederländische Nordsee vor Zeeland greift — Borssele 1 und 2, 700 Megawatt, 22 Kilometer vor der Küste. Kein Witz. Kein Tippfehler. Sieben Cent.
Wer hat den Hahn zugedreht? Die dänische Regierung. Genehmigungen auf Eis, weil Umweltprüfungen noch nicht durch sind. Aber genau das ist der Punkt.
Umweltanalysen sind kein Selbstzweck. Sie sind das Einzige, was zwischen dem Investor und dem toten Fisch steht. Wer hier spart, spart am toten Fisch. Dong weiß das. Der Konzern hat sich transformiert — vom kohleintensiven Dreckschleuder zum Weltmarktführer Offshore, im RENIXX gelistet. Das ist die Geschichte, die sie euch verkaufen.
Was sie nicht erzählen: Wer misst eigentlich was? Wer kontrolliert die Proben, wenn TotalEnergies gleichzeitig 7,5 Gigawatt in der deutschen Nordsee entwickelt — 2 Gigawatt, 193 Quadratkilometer, 170 Kilometer raus, Wassertiefe 42 Meter? TenneT trägt das Kabel. Amprion die Konvertplattform. Aber wer zählt die Köhler, wenn der Rotor sich dreht?
Der RENIXX zittert. Volatilität. Speicherlösungen werden wichtiger, sagen sie. Übersetzt: Der Wind weht nicht, wenn die Börse ruft. Der EU-Strommix kippt, Wind und Solar steigen, 2030-Ziele stehen — auch in Dänemark, wo Frederiksens große Koalition gerade nach alternativen Modellen sucht, weil die Genehmigungen aus sind.
Klar bleibt: Solange die Proben nicht unabhängig sind, ist jeder Zuschlag ein Scheck auf das, was wir nicht sehen. Sieben Cent. Und ein toter Fisch, der nicht mitzählt.
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