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Terminal Tribune

4. Oktober 2026

Dossier · Energie & Klima

Öl weicht nach Osten aus, der Profit bleibt im Westen

4. Oktober 2026 — — Hollis

1937. Jemand dreht den Hahn auf. Jemand dreht ihn zu. Beides kostet Leben.

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Ich schreibe das heute, weil sich die Geographie verschoben hat, nicht das Geschäft. Indien kauft weniger russisches Öl — auf Geheiß Washingtons. Peking greift zu. Shandong Yulong Petrochemical, eine Raffinerie, die bis vor kurzem kaum ein Name war, schluckt Urals-Öl, als hätte China seit Jahren nichts mehr getrunken.

Die Zahlen, meine Damen und Herren. Sie lügen nicht, auch wenn die Männer hinter ihnen es tun. Indiens Importe fielen von 1,78 Millionen Barrel pro Tag auf 1,2 Millionen. Ein Rückgang. Aber wohin fließt das Öl? Chinas Häfen nahmen im Februar 2,09 Millionen Barrel pro Tag ab. Januar: 1,72. Dezember: 1,39. Die Linie zeigt nach oben, und zwar steil.

Hier beginnt das Theater. Die USA sagen: kauft kein russisches Öl. Sie selbst kaufen es. Die Sanktionen verbieten den Kauf von Rohöl gar nicht. Sie verbieten einen Preisdeckel. Wer kontrolliert den Preis auf einem Tanker ohne westliche Versicherung? Niemand. Drei Viertel der russischen Lieferungen fahren heute ohne diese Versicherung. Das nennt man Umgehung. Das nennt sich Komödie.

Die Vereinigten Staaten sind unterdessen zum größten Abnehmer russischer Schwerölerzeugnisse geworden. Venezuela ist sanktioniert. OPEC drosselt. Was bleibt übrig? Russland. Und die Rechnung: Moskau verdient mindestens 15 Milliarden Euro mehr durch diese Umgehung als ohne sie.

Indiens Raffinerien stehen unter Druck, ja. Aber Rosneft und Indian Oil Corporation haben eine Vereinbarung unterzeichnet, die Lieferungen steigern und diversifizieren soll. Diversifizieren. Schönes Wort. Es bedeutet: neue Routen, neue Namen, alte Geschäfte. Preise unter dem Markt, dafür greift Neu-Delhi zu. Ural, Sokol — die Sorten finden ihren Käufer. Indien zögert, aber zögert nicht aus.

Wer profitiert? Moskau, weil es weiter pumpt. Washington, weil es Verbündete erpresst und selbst einkauft. Peking, weil es billig tankt. Indien, weil es den Preis handelt. Wer verliert? Sie, an der Zapfsäule. Wie immer.

❖ Ende des Artikels ❖

Prüfbare Behauptungen — 0 von 3 Behauptungen belegt
  1. ZAHL mindestens 15 Milliarden Euro

    nicht woertlich zuordenbar — die Behauptung ist umformuliert oder findet sich nicht im Wortlaut der angegebenen Quellen; das ist KEINE Aussage darueber, ob sie belegt ist

  2. ZAHL fast drei Viertel

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  3. DATUM Ende 2027

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5 Quellen · 0 davon belegt · 0 externe Belege · 3 prüfbare Behauptungen

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