Trump unterzeichnet: Mitsprache bei gefährlicher Biologieforschung
Washington. Montagnachmittag, Oval Office. Präsident Trump setzt den Stift unter eine Verfügung, die Bundesmittel für „Gain-of-Function"-Forschung in Hochrisikoländern stoppt. China und Iran stehen namentlich im Text. Mit am Tisch: Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr. und Jay Bhattacharya, ein Beamter des National Institute of Health. Beide sprechen von einem „historischen Tag".
Was bedeutet das? Eine Selbstverständlichkeit, sechs Jahre zu spät: Die USA finanzieren künftig keine Experimente im Ausland mehr, die gefährliche Viren im Labor entstehen lassen – zumindest nicht in Staaten, deren Aufsicht als unzureichend gilt. Die Forschungsbehörden erhalten das Werkzeug, laufende wie künftige Projekte zu identifizieren und zu beenden, wenn sie eine Pandemie auslösen könnten. Auch Laborunfälle wie jene, die zur russischen Grippe von 1977 beigetragen haben sollen, werden benannt.
Was bedeutet es wirklich? Drei Dinge, die im Jubel untergehen.
Erstens: Die Verfügung kommt reaktiv, nicht präventiv. Anthony Faucis National Institute of Allergy and Infectious Diseases hat bereits 2014 über EcoHealth Alliance 3,7 Millionen Dollar an das Wuhan Institute of Virology weitergeleitet. Fast 600.000 Dollar davon direkt für Fledermaus-Coronaviren. Jahre später brennt eine Pandemie die Welt leer. Heute wird der Brandherd benannt, an dem man selbst das Streichholz hielt.
Zweitens: Der Beifall kommt aus einer Ecke, die zugleich die Behauptung bedient, COVID-19 sei als Biowaffe entwickelt worden. Bhattacharya sagte, „viele Wissenschaftler" seien dieser Ansicht. Das ist wissenschaftlich nicht haltbar. Eine unbelegte These wird zur politischen Münze, mit der man jetzt Verfügungen feiert. Das ist kein Schutz, das ist Marketing.
Drittens: „Mitspracherecht" der Öffentlichkeit – klingt demokratisch. Im Text bedeutet es: weniger Hoheit für Wissenschaftler, mehr für politische Beamte. Die Verfügung verschiebt die Entscheidung nicht zum Bürger, sondern zur Verwaltung. Ein Tausch, kein Gewinn.
Wer hat profitiert? EcoHealth, über Jahre hinweg. Wer hat gezahlt? Der Steuerzahler. Wer hat widersprochen? Eine kleine Minderheit von Virologen, die früh warnte. Was wurde nicht gemessen? Die Kosten einer Vertrauenskrise, die tiefer reicht als jede Forschungspause sie heilen kann.
Ich rauche meine Pfeife. Die Labore mochten das nie. Heute frage ich: Wenn künftig eine „Öffentlichkeit" entscheidet, welche Biologie zu gefährlich ist – wer legt fest, wer zu dieser Öffentlichkeit gehört?
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