SPEICHER VOLL, WINTER SICHER — WER GLAUBT DAS NOCH?
Jemand dreht den Hahn auf. Jemand dreht ihn zu. Das war 1937 so. Heute nicht anders — nur die Hähne haben andere Namen.
75 Prozent. So steht es schwarz auf weiß. Die INES, die Initiative Energien Speichern, meldet: Entspannt. Winter gesichert. Bis zum 1. November könnten die gebuchten Kapazitäten voll sein. 81 Prozent. Klingt nach Plan. Klingt nach Sicherheit.
Ich sag Ihnen, was das ist. Eine Pressemitteilung.
Denn direkt daneben steht, was die Herren ungern laut sagen: Bei extrem kalten Temperaturen sind die Speicher Ende Januar leer. Komplett. Heizung, Strom, wenn der Frost kommt — nicht mehr gedeckt. Sagt dieselbe INES. Man muss nur lesen.
29 Prozent im April. Der Start. Händler mussten kaufen, Preise zogen an. Wer hat kassiert? Wer hat billig eingekauft, teuer verkauft? Fragen Sie nicht die INES. Verband. Schützt ihre Leute.
Dann die Straße von Hormus. Dreiviertel des weltweiten LNG läuft dort durch. Hahn zu, Preise rauf. Ist passiert. Wiederbefüllung teurer. Geopolitische Schocks. Marktanreize. Heißt: Niemand zahlt drauf, wenn er nicht muss.
Die Anreize zur Speicherbefüllung sind unzureichend. Sagt die INES selbst. Ohne mehr Geld, mehr Subvention, wird das nichts im nächsten Winter. Steht so drin.
Deutschland hat die größte Speicherkapazität der EU. 49 Standorte. 247 Terawattstunden. Alles da. Wofür? Für Wasserstoff, sagen sie. Für die Zukunft. Klingt gut. Riecht nach Ablenkung.
Das Terminal, das uns retten soll — Auslastung gering. Nicht ausreichend für eine echte Krise. Die Krise zeigt: Europa ist abhängig. Von internationalen Investitionen. Von Lieferketten, die wir nicht kontrollieren.
Gasspeicher gleichen saisonale und kurzfristige Schwankungen aus. Ihr Job. Aber ein Puffer ist kein Schutz. Gibt jemandem Zeit, den Preis zu drücken oder zu treiben. Beides geht. Beides passiert.
Ich trinke Bier. Aus Prinzip. Bourbon ist was für Leute, die glauben, die Welt sei fair.
Die Frage ist nicht, ob 75 Prozent reichen. Die Frage ist, wem sie reichen. Dem warmen Winter? Dem kalten? Dem Preis an Ihrer Zapfsäule?
Die Herren in den Boardrooms rechnen das durch. Präzise. Mit unserem Geld.
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