Wenn die Bücher lügen, brennen am Ende die Straßen
Die Zahlen lügen nicht. Aber die Männer, die sie unterschreiben, lügen sehr wohl. Insolvenzen häufen sich, der Kraftstoffpreis klettert, und der Mann an der Zapfsäule fragt sich, wofür er überhaupt noch arbeitet. Ich habe 1929 gewusst, was kommt. Heute sehe ich die alten Muster wieder: Die fetten Jahre sind vorbei, und die Rechnung wird jetzt geschrieben — auf dem Rücken derer, die am wenigsten haben.
In Frankreich brennen die Barrikaden, in Deutschland sinkt die Zustimmung für Merz, und zwischen Washington und Brüssel tut sich ein Riss auf: Die USA ziehen sich aus der Ukraine zurück, während europäische Regierungen weiter Milliarden in Waffen pumpen, die kein Mensch will. Das ist kein Zufall. Das ist eine Architektur, die sich selbst nicht mehr trägt. Die Frage ist nicht, ob sie bricht — sondern wer unter den Trümmern am besten dasteht.
Mehr als 16.500 erkannte Desinformationsvorfälle listet die EU auf, fast alle gehen auf russische Urheber zurück. Über 50.000 Fake-Accounts, die in einem Monat mehr als eine Million deutschsprachiger Tweets absetzen — mit dem Ziel, die Stimmung gegen die Regierung anzuheizen. Lutz Güllner vom Auswärtigen Dienst warnt zu Recht vor Überreaktion. Denn genau das ist Moskaus Spiel: Dass die Bürger zu Hause bleiben, weil sie glauben, alles sei sowieso manipuliert.
Unklar bleibt, wer am längeren Hebel sitzt. Klar ist: Die Desinformation fällt auf fruchtbaren Boden, weil die wirtschaftliche Lage ihn bereitet. Insolvenzen und steigende Kraftstoffpreise sind kein Zufallsprodukt — sie sind der Treibstoff, in den andere ihre Lügen gießen. Der Bürger bezahlt die Zeche. Die Männer in den Nadelstreifen erklären ihm, warum der Gürtel enger muss — während sie selbst ihre Aktien strecken.
Macht eure Kreuze. Aber macht sie mit offenen Augen.
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