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Terminal Tribune

5. Oktober 2026

Dossier · Energie & Klima

NULL GEBOTE, VOLLE KARTEN

5. Oktober 2026 — — Hollis

Die Bundesnetzagentur hat ausgeschrieben. Zwei Nordsee-Standorte, 2,5 Gigawatt. Das Ergebnis: kein Gebot. Kein einziges. Null.

KI-generierte Illustration zum Beitrag

Kein Zufall. Quittung für ein System, das sich selbst gefressen hat.

2017, 2018 feierten die Ministerien die ersten Null-Subventions-Runden wie Pokerspieler mit dem Geld anderer. RWE, EDF, Iberdrola, Northland Power drückten die Preise — weil das Spiel nichts kostete. Gebote waren Optionen, keine Pflichten. Wer verlor, schulterte nichts.

Dann drehte die Regulierung an den Schrauben. Höhere Gebotsbürgschaften. Strengere Lieferfristen. Schärfere Strafen bei Nichtlieferung. Plötzlich war die Wette bares Geld. Plötzlich war die Hand leer.

Noch schmutziger: die Step-in-Rechte. Bei zwei von drei Standorten durften die ursprünglichen Entwickler den Auktionsgewinner einfach verdrängen. Wer bietet da fair mit gegen einen Gegner, der gar nicht bieten muss, sondern wartet, bis der Sieger dasteht — und ihn dann rausschmeißt?

TotalEnergies gewann die erste Auktion dieses Jahres. Die zweite, ohne Subvention, lockte niemanden mehr. Die Zahlen lügen nicht: 9,2 Gigawatt stehen heute, 30 sollen es 2030 sein, 70 bis 2045. 2024 wurden 0,7 Gigawatt zugebaut. Jede leere Runde frisst die Lücke weiter auf.

Jetzt, wo die Kasse leer ist, kommen die Forderungen. Zweiseitige Differenzverträge, langfristige Stromabnahmeverträge. Plötzlich ist der freie Markt ein Sicherheitsnetz — sobald der Profit nicht mehr fließt.

Kanada schaut zu. Soll genau hinsehen. Hohe Bau- und Wartungskosten, Netzanbindung, Speicher — keine Nebensachen, sondern Fundament. Ohne langfristige Absicherung wird auch dort die Auktion leer bleiben.

Die Bundesregierung spricht von Weckruf. Sie weiß, wer die Karten hält. Und sie weiß: Die nächste Runde läuft nur, wenn das Spiel neu gemischt wird. Wer sitzt am Tisch? Die, die immer dort saßen.

❖ Ende des Artikels ❖

Prüfbare Behauptungen — 4 von 5 Behauptungen belegt
  1. ZITAT Die Anpassung des Ausschreibungsmodells ist entscheidend, um die Ziele für die Offshore-Windenergie in Deutschland zu erreichen und die Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten.

    „“It’s time to amend the auction model so Germany can deliver on its offshore wind targets and industrial competitiveness.”“ — wörtlich im Quelltext belegt

  2. ZITAT Die fehlenden Gebote bei der jüngsten deutschen Ausschreibung ohne Subventionen zeigen die Risiken und Kosten, mit denen Investoren konfrontiert sind.

    „The German agency that oversees the country’s offshore wind energy development confirmed that there were no bids in the most recent auction. [...] Now, the major developers are citing the increased risks they face and costs, saying they must have protection.“ — wörtlich im Quelltext belegt

  3. ZITAT Kanada muss die wirtschaftlichen Realitäten und Herausforderungen berücksichtigen, die sich aus der deutschen Erfahrung mit Offshore-Wind ergeben, insbesondere in Bezug auf die Integration in das Stromnetz und die Notwendigkeit von Speicherlösungen.

    nicht woertlich zuordenbar — die Behauptung ist umformuliert oder findet sich nicht im Wortlaut der angegebenen Quellen; das ist KEINE Aussage darueber, ob sie belegt ist

  4. ZITAT Die Erfahrungen Deutschlands zeigen, dass ohne langfristige finanzielle Unterstützung Offshore-Windprojekte unrentabel werden können.

    „Unlike onshore wind farms, offshore projects face extreme weather conditions, costly maintenance, and logistical challenges that drive up operational costs. [...] Without long-term financial support, offshore wind farms risk becoming unprofitable once initial incentives expire.“ — wörtlich im Quelltext belegt

  5. ZITAT Offshore-Windprojekte sind aufgrund hoher Bau- und Wartungskosten sowie der Abhängigkeit von staatlichen Subventionen wirtschaftlich riskant.

    „The collapse of Alpha Ventus highlights a fundamental issue with offshore wind: it is expensive to build and even more expensive to maintain.“ — wörtlich im Quelltext belegt

5 Quellen · 4 davon belegt · 0 externe Belege · 5 prüfbare Behauptungen

Maschinell geprüft: jede Belegstelle wurde wörtlich im Quelltext gesucht. Die Bewertung der Redaktion ist nicht Teil dieser Prüfung.

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