1,63 MILLIARDEN, NULL AUSWEICHEN — PALANTIR IN DER ZANGE
Die Zahlen liegen auf dem Tisch. Palantir meldet 1,63 Milliarden Dollar Umsatz im zweiten Quartal — angetrieben vom US-Militär. Die Margen steigen. Das operative Wachstum liegt über den Erwartungen der Analysten. Auf dem Papier: Feldherrengeste. Der Markt bleibt interessiert — trotz aller Governance-Kritik.
Aber Bilanzen lügen nicht — sie verschweigen. Was hier fehlt, ist der Feind im Hinterhalt. Günstigere KI-Alternativen drücken auf die Stimmung. Open-Source-Modelle, spezialisierte Start-ups, Cloud-Anbieter mit eigenen Plattformen — sie stehen nicht in der Auftragsliste des Pentagons, aber sie fressen dem Datenriesen die Margen weg, Stück für Stück.
Die Stimmung kippt nicht laut. Sie kippt in Research-Notes, in leisen Verkäufen, in zurückgenommenen Kurszielen. Dazu der Iran-Konflikt: steigende Ölpreise, Trump pokert um die Straße von Hormus. Nervöse Märkte sind gnadenlos mit Margen-Helden.
Parallel ein zweites Gefecht — nicht um Daten, sondern um Deutungshoheit. Der norwegische Ölfonds fordert Transparenz und Menschenrechtsprüfungen. Die Gründer halten die Stimmrechte. Reformen durch unabhängige Aktionäre? Nahezu unmöglich. Die Kritik wird nicht gehört, sie wird verwaltet.
Snowden bleibt der Geist, der nicht verschwindet. Seine Enthüllungen haben das Fundament verschoben — die DSGVO ist die sichtbarste Folge. Wer heute KI an Behörden und Militär verkauft, verkauft das Misstrauen gleich mit. Europa zögert. Norwegen zögert. Die Rendite zögert nicht.
Wer profitiert? Die Gründer. Wer verliert? Die freien Aktionäre. Die Antwort steht nicht in 1,63 Milliarden. Sie steht in Verträgen, die noch nicht unterschrieben sind.
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