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6. Oktober 2026

Dossier · Rüstung & Sicherheit

Tunnel, Drohnen, Desinformation — eine Operationslinie

6. Oktober 2026 — — Hagen, Oberstleutnant a.D.

Lesen Sie mit. Ich rechne es Ihnen vor.

KI-generierte Illustration zum Beitrag

Zwölf Tunnel. Litauen hat sie zwischen April und August an seiner Ostgrenze zu Belarus gezählt. Lettland meldet das gleiche, Polen ebenso. Zwölf unterirdische Röhren, gegraben mit Plan, Personal und Material. Wer so etwas in fünf Monaten stemmt, will nicht helfen — er will die Außengrenze der Europäischen Union porös machen, Behörden binden, das Narrativ füttern. Litauen baut einen Zaun, Lettland startet die „Operation Werwolf". Beide beobachten besorgniserregende Entwicklungen. Zu Recht.

Die EU reagiert. Frontex wird eingebunden. Bodenradargeräte werden getestet, Spezialausrüstung zur Ortung unterirdischer Hohlräume beschafft. Litauen legt einen Maßnahmenplan vor, arbeitet mit privaten Organisationen zusammen. Das ist notwendig. Aber es ist Reaktion, nicht Initiative. Man spielt Verteidigung gegen eine Strategie, die bereits in der dritten Phase läuft.

Parallel läuft die zweite Front. Russland verbreitet Desinformation über die Nutzung des baltischen Luftraums für ukrainische Angriffe. Ukrainische Drohnen sollen in den Luftraum der baltischen Staaten eingedrungen sein. Riga, Vilnius und Tallinn bestreiten das. Protestnoten gehen nach Moskau. Politiker treten zurück. Die Verwirrung bleibt hängen, der Schaden ebenfalls.

Das ist kein Nebenkriegsschauplatz. Das ist eine Operationslinie. Gezielte, bewusste, systematische Desinformation — so die Definition. Halbwahrheiten, gestreut in Astroturfing-Netzwerken, mit EU-Bezügen, die das Narrativ hoffähig machen sollen. Die geopolitische Dimension liegt auf der Hand: Was die Sicherheit des Baltikums untergräbt, untergräbt die Sicherheit der gesamten Union. Migration, Drohnen, Lügen — drei Werkzeuge, eine Handschrift.

Minsk gräbt physisch. Moskau gräbt informationell. Brüssel gräbt im Aktenberg. Und die baltischen Staaten zahlen den Preis — mit Personal, mit Polittrust, mit Rücktritten.

Offen bleibt, wer die Knotenpunkte der Astroturfing-Netzwerke innerhalb der EU bezahlt, koordiniert, füttert. Das ist die Frage, die kein Maßnahmenplan beantwortet.

Ich habe Schlachtpläne gelesen, die harmloser aussahen.

❖ Ende des Artikels ❖

Prüfbare Behauptungen — 3 von 5 Behauptungen belegt
  1. ZITAT EU-Bezüge in den Astroturfing-Netzwerken unterstreichen die geopolitische Dimension und die potenziellen Auswirkungen auf europäische Sicherheitsinteressen

    nicht woertlich zuordenbar — die Behauptung ist umformuliert oder findet sich nicht im Wortlaut der angegebenen Quellen; das ist KEINE Aussage darueber, ob sie belegt ist

  2. ZITAT Die Zusammenarbeit mit der EU-Grenzschutzorganisation Frontex und die Beschaffung spezieller Ausrüstung zur Ortung von Tunneln sind Teil der Reaktion auf die Bedrohung durch irreguläre Migration

    „Als Reaktion auf die Tunnel in Litauen wurde vom dortigen Grenzschutz nach Angaben von Katelynas ein Maßnahmenplan erarbeitet und die Zusammenarbeit mit der EU-Grenzschutzorganisation Frontex und privaten Organisationen verstärkt. Auch werden Bodenradargeräte getestet und Spezialausrüstung zur Ortun“ — wörtlich im Quelltext belegt

  3. ZITAT Belarus wird beschuldigt, hinter der Einschleusung von Migranten zu stehen, was zu verstärkten Sicherheitsmaßnahmen und der Errichtung von Grenzzäunen führt

    „Litauen hat - wie auch Lettland und Polen - Belarus wiederholt beschuldigt, in organisierter Form Migranten aus Krisenregionen an die EU-Außengrenze zu bringen. Die Regierung in Vilnius reagierte darauf mit einem verstärkten Schutz der Grenze und dem Bau eines Grenzzauns.“ — wörtlich im Quelltext belegt

  4. ZITAT Die Entdeckung von Migrantentunneln an den Grenzen Litauens und Lettlands zeigt eine organisierte Anstrengung, Migranten illegal in die EU zu bringen

    „Litauen und Lettland machen mittlerweile regelmäßig Tunnel an ihren Grenzen ausfindig, über die Migranten eingeschleust werden.“ — wörtlich im Quelltext belegt

  5. ZITAT Lettland und andere baltische Staaten bestreiten die russischen Vorwürfe und haben Protestnoten eingereicht

    nicht woertlich zuordenbar — die Behauptung ist umformuliert oder findet sich nicht im Wortlaut der angegebenen Quellen; das ist KEINE Aussage darueber, ob sie belegt ist

5 Quellen · 3 davon belegt · 0 externe Belege · 5 prüfbare Behauptungen

Maschinell geprüft: jede Belegstelle wurde wörtlich im Quelltext gesucht. Die Bewertung der Redaktion ist nicht Teil dieser Prüfung.

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