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7. Oktober 2026

Dossier · Rüstung & Sicherheit

Stahl unter Wasser: Nord Stream 2 und die Geister von 1937

7. Oktober 2026 — — Hagen, Oberstleutnant a.D.

Die Pipeline ist gebaut. 1.200 Meilen Stahl auf dem Grund der Ostsee, 9,5 Milliarden Euro verbuddelt. 55 Milliarden Kubikmeter Gas im Jahr — wenn sie dürfen. Und das ist die Frage.

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Schauen wir genau hin.

Wer profitiert? Russland sichert sich eine zweite Hauptschlagader Richtung Westen, diesmal unter Umgehung der Ukraine. Die Transitgebühren, bisher Zahlmeister für Kyiw, werden umgeleitet — direkt nach Berlin.

Deutschland versucht, sich beide Seiten offenzuhalten. Man will den Komfort der Pipeline und die Transitrechte durch die Ukraine sichern. Wie das gleichzeitig gehen soll, sagen sie nicht.

Die EU hat Fortschritte gemacht — drittes Energiepaket, Liberalisierung des Gasmarktes. Miriam Kosmehl von der Bertelsmann-Stiftung nennt das „enormen Fortschritt". Sie selbst aber sagt: man müsse sicherstellen, dass es „in letter and in spirit" befolgt werde. Wer kontrolliert das? Unklar.

Die ukrainische Diplomatie hat das Assoziationsabkommen aktiviert — erstmals. Ein historischer Schritt, der jetzt irgendwo zwischen Brüssel und Berlin in einer Schublade verschwindet. Was Brüssel sagt: „not a project of common European interest." Was Brüssel tut: nichts Sichtbares.

Auf der anderen Seite stehen Warschau, die baltischen Staaten, London. Boris Johnson sprach von einer kommenden Entscheidung: „mainlining ever more Russian hydrocarbons." Liz Truss ließ sich in Estland in einem Panzer ablichten. Das Bild ist Inszenierung. Die Botschaft nicht.

Trotz der Entscheidung Washingtons, die Sanktionen fallenzulassen — der Widerstand steht. Yuri Vitrenko von Naftogaz sagt es offen: Die Pipeline durch sein Land war ein „Deterrent" gegen den Krieg. Fällt sie, fallen sie auch.

Zugangsbeschränkungen erschweren die Aufklärung. Man soll nicht alles wissen. Wer verschweigt, verschweigt meistens eines: wessen Konto wächst.

1937 bestellte jemand Stahl. Heute bestellt jemand Rohre. Die Logik ist dieselbe.

❖ Ende des Artikels ❖

Prüfbare Behauptungen — 1 von 4 Behauptungen belegt
  1. ZITAT Die geopolitische Lage hat die Debatte um Nord Stream 2 intensiviert und zu verstärkten politischen und wirtschaftlichen Spannungen geführt.

    nicht woertlich zuordenbar — die Behauptung ist umformuliert oder findet sich nicht im Wortlaut der angegebenen Quellen; das ist KEINE Aussage darueber, ob sie belegt ist

  2. ZITAT Das Projekt spaltet die EU-Mitgliedstaaten und wird von mehreren Ländern, darunter Polen und die baltischen Staaten, stark kritisiert.

    „At the center of the debate is a project that sows divisions between EU member states, jeopardizes the energy interests of some of them and, by extension, the energy security of the EU as a whole, ...“ — wörtlich im Quelltext belegt

  3. ZITAT Die britische Regierung und andere Nato-Verbündete setzen sich aktiv dafür ein, die Pipeline zu blockieren, um die Energiegeiselstrategie Russlands zu verhindern.

    die vorgeschlagene Belegstelle steht so NICHT im Quelltext und wurde deshalb verworfen; das ist eine Aussage ueber den Vorschlag, nicht ueber die Quellenlage

    vorgeschlagene Belegstelle verworfen, weil so nicht im Quelltext: „Britain’s foreign secretary has joined a last-minute push to urge Nato allies to block the Nord Stream 2 gas pipeline, warning that Moscow would exploit its position if European nations became reliant on it for energy.“

  4. ZITAT Europäische Gasreserven sind ungewöhnlich niedrig, was die Abhängigkeit von russischen Lieferungen und die Dringlichkeit der Pipeline-Fertigstellung unterstreicht.

    nicht woertlich zuordenbar — die Behauptung ist umformuliert oder findet sich nicht im Wortlaut der angegebenen Quellen; das ist KEINE Aussage darueber, ob sie belegt ist

5 Quellen · 1 davon belegt · 0 externe Belege · 4 prüfbare Behauptungen

Maschinell geprüft: jede Belegstelle wurde wörtlich im Quelltext gesucht. Die Bewertung der Redaktion ist nicht Teil dieser Prüfung.

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