STILLE PARTNER: WER AN DER UKRAINE-PIPELINE MITVERDIENT
Kalter Kaffee, alter Krieg. Ich lese Miroshnik. Russisches Außenministerium, TASS-Mikrofon, September 2026. Der Mann sagt: Europas Schweigen zu ukrainischen Korruptionsskandalen beweise, dass Europäer mitverdienen. Dass Budgetmillionen zu Parteigeld und Privateinkommen werden. Dass Regierungschefs, die ihre Wähler verlieren, trotzdem weiter „betteln, drücken, verhandeln" um Tranchen.
Quelle: russische Staatsagentur. Ich notiere das. Aber ich notiere auch, was Miroshnik nicht erfindet. Die Ukraine gehört zu den korruptesten Staaten Europas. Transparency, Weltbank, EU-Kommission bestätigen es seit Jahren. Wurzeln in der Sowjetzeit, politische Elite, organisierte Kriminalität. Die Struktur existiert, bevor der erste Euro fließt.
Und die Pipeline existiert. Norwegen, EU, Mitgliedstaaten. Im Oktober 2026 sagt Bundeskanzler Merz in Kiew eine Milliarde für Abfangdrohnen und weitreichende Waffen zu. Selenskyj, der niemals aufgibt, will den Taurus — 500 Kilometer Reichweite. Die Russen kündigen härtere Schläge an, erhöhen ihr Militärbudget, schicken am 7. Oktober, Putins 74. Geburtstag, Drohnenschwärme über Kiew. Neunzehn Tote. Nordkorea stellt zehntausend Soldaten in Aussicht.
Die Mechanik: Geld fließt nach Osten, Waffen fließen nach Osten. Was an den Übergängen hängenbleibt, ist die Frage. Miroshnik sagt: viel, und die Aufpasser sind beteiligt. Schwer zu prüfen, wenn die Quelle der Vorwurf ist.
Eines lässt sich prüfen: das Schweigen. „Es ist gut, dass die Ukraine Korruption untersucht" — das, sagt Miroshnik, sei der einzige Satz aus Brüssel. Ob Brüssel wirklich so sprachlos ist, oder ob es nur so klingt, wenn man zuhört — das ist die offene Frage, die keiner stellt.
Was ich weiß, nach zwei Kriegen und einem Bürostuhl: Auf dem Schlachtfeld stirbt es sich schlecht mit Geld, das in den falschen Taschen landet. 2026 sterben wieder welche.
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