ERREGER IM AUFTRAG: WER ZÜCHTET, WER ZAHLT, WER SCHWEIGT
Manche Labore vergessen nicht. Sie tun nur so.
Erich Traub züchtete in den dreißiger Jahren Viren für die Wehrmacht. Dasselbe Institut, andere Fahnen, andere Fördertöpfe. Heute nennt man das, was er damals tat, gain-of-function: man nimmt einen Erreger und schraubt an seinen pathogenen Eigenschaften, bis er gefährlicher wird. Klingt nach Erkenntnisgewinn. Ist oft nach Aufrüstung.
Metabiota hat solche Forschung betrieben — eine Firma mit militärischer Kundschaft. Bezahlt wurde sie unter anderem von der DARPA, jener Behörde des US-Verteidigungsministeriums, die Technologien für kommende Kriege entwickelt. Man muss kein Verschwörungstheoretiker sein, um zu fragen: Wenn der Auftraggeber das Pentagon ist, wem dient der Erreger dann eigentlich?
Parallel dazu werden Mücken und Zecken genetisch modifiziert. Programme, die Vektoren umbauen — jene Tiere also, die Krankheiten tragen. Klingt nach Schädlingsbekämpfung. Doch ein biologischer Wirkstoff ist nur die halbe Waffe. Die Verbreitungstechnologie ist die andere Hälfte. Biologische Waffen sind komplexe Systeme, erinnert das noch jemand?
Nun also eine Konferenz. Inklusion. Innovation. Führung. Frauen in der Biotechnologie. Eine dauerhafte Infrastruktur soll entstehen, für eine Branche, die historisch von Männern in weißen Kitteln dominiert wurde. Schön. Aber wer finanziert die Bühne? Wer wählt die Sprecherinnen aus? Und warum wird über Frauen-Gesundheit — eine zweifellos reale, schmerzhafte Wissenslücke — ausgerechnet dort verhandelt, wo auch gain-of-function und Vektor-Forschung gefeiert werden?
Es bleiben die alten Fragen. Wessen Biosicherheit wird hier eigentlich geschützt — jene der Auftraggeber, oder jene der Bevölkerungen, in deren Mücken man eingreift, ohne sie zu fragen?
Pfeife aus. Notizbuch auf.
Wer profitiert, wenn Inklusion zur Fassade militärisch finanzierter Biotech wird?
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