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8. Oktober 2026

Dossier · Politik & Macht

Die Architekten der unsichtbaren Macht

8. Oktober 2026 — — Kastner

Es gibt Verträge, die niemand liest, weil alle glauben, sie beträfen sie nicht. Die Kartellverfahren gegen Google und seine Mitstreiter gehören in diese Kategorie — Dokumente, die in ihrer juristischen Trockenheit verbergen, was sie in Wahrheit sind: die Anatomie einer Macht, die sich hinter der Bequemlichkeit versteckt. Die Fälle verdeutlichen die Risiken von Monopolen und die Notwendigkeit von Regulierung. Man muss kein Diplomat gewesen sein, um zu verstehen, was hier verhandelt wird.

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Das Verfahren gegen Google könnte die Struktur des digitalen Werbemarktes grundlegend verändern — so liest man es, nüchtern, beinahe beiläufig. Aber nüchterne Sätze sind oft die gefährlichsten. Sie markieren den Punkt, an dem aus einem Geschäft ein Vergehen wird. Im Zentrum steht die Rolle der Künstlichen Intelligenz, die Googles Monopol nicht etwa aufbricht, sondern zementiert; eine Wendung, die man genießen könnte, wenn sie nicht so bitter wäre. Die Maschine, die uns versprach, alle Informationen gleich zu behandeln, lernt nun, sich selbst zu bevorzugen.

Bis 2026, so heißt es aus Brüssel, soll die Diskussion um EU-Datenmonopole in verbindliche Regelungen münden. Man darf skeptisch bleiben. Vertragsverletzungen bei Google Cloud — ein weiteres Kapitel in einem dicken Buch — unterstreichen die Komplexität und die potenziellen rechtlichen Herausforderungen im Bereich der digitalen Dienstleistungen. Komplexität, dies sei angemerkt, ist stets der bevorzugte Mantel derer, die nicht gesehen werden wollen.

Die kartellrechtlichen Untersuchungen gegen Google und Meta zeigen die wachsende Besorgnis über Datenmonopole und deren Einfluss auf den Wettbewerb. Wettbewerb — ein Wort, das in den Vorstandsetagen der Konzerne eine andere Bedeutung hat als in den Fluren der Regulierer. Und während die einen von Fairness sprechen, sortieren die anderen längst die Profile. Plattformen stellen Gewinnmaximierung über sozialen Nutzen — eine Banalität, die man so oft wiederholt, bis sie unsichtbar wird.

Die digitale Kluft verstärkt Ungleichheiten, und ohne Gegenmaßnahmen könnten bis 2042 eine Milliarde Menschen ohne Internetanschluss bleiben. Eine Milliarde. Die Zahl klingt nach Statistik und meint doch Auslöschung — von Teilhabe, von Stimme, von Zukunft. Sichtbar wird sie erst, wenn man die Gegenrechnung öffnet: Was kostet ein Konzern, was zahlt eine Gesellschaft?

Offen bleibt, wer am Ende die Karte zeichnet — die Regulierer oder jene, die längst das Territorium besitzen. Die Antwort, so fürchte ich, steht in keinem Protokoll. Sie steht in den Archiven der Macht, die niemand öffnen darf.

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