315 Milliarden Dollar, kein Aufseher: Das stille Spiel der Stablecoins
Es riecht nach 1929, nur digital. Auf dem Tisch liegen 315 Milliarden Dollar in Stablecoins — und die Herren in Nadelstreifen erklären uns, warum alles sicher ist. Tether und Circle halten 85 Prozent davon. Der Rest? Ein Flickenteppich wie die Bilanzen, die ich damals gesehen habe.
Dann kam Terra. UST zerbrach 2022 mit einem Knall, der durch alle Krypto-Märkte hallte. Seitdem wachsen die Vorbehalte. Amerika schaut. Europa schaut. Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich mahnt zur globalen Koordination — ohne sie wächst das Chaos, Marktfragmentierung hier, regulatorische Arbitrage dort.
Und mittendrin: USDG. Ein Dollar-an-Dollar-Versprechen, ausgestellt von Paxos Digital Singapore, bewacht von der Monetary Authority of Singapore, gestartet im November 2024. Reserve-Assets: Bargeld, Cash-Äquivalente, kurzfristige US-Staatsanleihen. Marktpreis: 0,9999 Dollar. Fast perfekt. Fast.
Was USDG unterscheidet, ist das Revenue-Sharing. Die Erträge aus den Reserven fließen nicht allein zum Emittenten, sondern an berechtigte Teilnehmer des Global Dollar Network — Fintechs, Börsen, Krypto-Häuser. Ein cleveres Verteilsystem. Wer profitiert? Die, die das Netz knüpfen. Kein Vergehen — aber eine Architektur, die Loyalitäten kauft, bevor die Regulierung überhaupt ankommt.
Offen bleibt: Wessen Schatten wird hier länger? Stablecoins können Liquiditätskanäle für Schattenbanken sein, Geldwäsche erleichtern. Pablo Hernandez de Cos von der BIS bringt es auf den Punkt: Diese Instrumente funktionieren näher an Wertpapieren als an Währungen — eher ETFs als Geld.
DeFi bleibt in der Grauzone. Solange jeder Staat sein eigenes Süppchen kocht, zieht das Kapital dorthin, wo es am wenigsten kostet. Ich rauche meine Pfeife. Langsam. Die Bücher sind nicht ausgeglichen, und das war nie ein Versehen.
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