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Terminal Tribune

8. Oktober 2026

Dossier · Politik & Macht

Brüssels stille Komplizen: Die EU und ihre Steueroasen

8. Oktober 2026 — — Kastner

Es gibt Sätze, die klingen wie Glas, das bricht — und doch steht das Personal schon bereit, die Scherben zusammenzufegen, bevor der Gast es bemerkt. Als die EU-Kommission zu Luxemburgs Praktiken befragt wurde, antwortete sie ausweichend, höflich, ohne Eingeständnis.

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Die Fakten liegen auf dem Tisch. 55.000 Briefkastenfirmen haben in Luxemburg Vermögen gebunkert — 6,5 Billionen Euro, das Hundertfache des Bruttoinlandsprodukts. Ein Waffenhändler, ein russischer Mafiaboss, ein Mann mit Verbindungen zur 'Ndrangheta — das Gästebuch eines Hotels, das keine Fragen stellt. Das Transparenzregister, nach LuxLeaks eingerichtet, ist selbst intransparent: fehlerhaft, lückenhaft, ein Vorhang aus Papier.

Luxemburg spielt nicht allein. Es spielt mit Brüdern: Österreich, die Niederlande, Irland — alle halten die Hand auf, wenn Vermögen durch die europäischen Gassen fließt. Luxemburgs Steuervorteile drücken den effektiven Satz auf ein, zwei Prozent — weniger zahlt man in manchen Klöstern für die Beichte.

Die Offshore-Leaks haben die globale Dimension dieser Maschinerie bloßgelegt. Luxemburg signalisiert Bereitschaft, das Bankgeheimnis zu lockern, den automatischen Informationsaustausch zu unterstützen — eine Geste, nobel wie ein Strauß auf einem Grab. Die Optimierungsmöglichkeiten bleiben, die Architekten bleiben, das Geld bleibt.

Oxfam Frankreich fordert strengere Regulierung. Die EU-Kommission, Hüterin der Verträge, schweigt zu den Praktiken der eigenen Mitgliedstaaten. Luxemburg steht nicht auf der schwarzen Liste, die Brüssel nach LuxLeaks erstellt hat. Auf jener Liste stehen nur Länder außerhalb der Union. Das Auge, das über Drittstaaten wacht, ist gegenüber den eigenen blind — eine Blindheit, die nach Berechnung aussieht.

Unklar bleibt, wer in den Ministerien den Hebel zieht. Die Recherche hat die Briefkastenfirmen gezählt. Was fehlt, ist die Karte der Strickleitern, die nach oben führen.

Die Macht hat viele Gesichter. Das höflichste lächelt aus Brüssel.

❖ Ende des Artikels ❖

Prüfbare Behauptungen — 1 von 5 Behauptungen belegt
  1. ZITAT Die Diskussion um Steueroasen umfasst auch andere EU-Länder wie Österreich, die Niederlande und Irland, die ähnliche Praktiken anwenden.

    nicht woertlich zuordenbar — die Behauptung ist umformuliert oder findet sich nicht im Wortlaut der angegebenen Quellen; das ist KEINE Aussage darueber, ob sie belegt ist

  2. ZITAT Offshore-Leaks-Daten zeigen die globale Dimension der Steuerhinterziehung und erhöhen den Druck auf Steueroasen.

    nicht woertlich zuordenbar — die Behauptung ist umformuliert oder findet sich nicht im Wortlaut der angegebenen Quellen; das ist KEINE Aussage darueber, ob sie belegt ist

  3. ZITAT Luxemburg ist bereit, sein Bankgeheimnis zu lockern, um den automatischen Informationsaustausch zu unterstützen.

    „In jüngster Zeit hat Luxemburg bedeutende politische Veränderungen vollzogen: die Abschaffung des Bankgeheimnisses und die Einbeziehung in die internationale Zusammenarbeit durch die Teilnahme am automatischen Informationsaustausch.“ — wörtlich im Quelltext belegt

  4. ZITAT Kritiker wie Oxfam Frankreich fordern strengere Regulierung und Transparenz, um die Nutzung von Schlupflöchern zu verhindern.

    nicht woertlich zuordenbar — die Behauptung ist umformuliert oder findet sich nicht im Wortlaut der angegebenen Quellen; das ist KEINE Aussage darueber, ob sie belegt ist

  5. ZITAT Trotz Reformen wie der Abschaffung des Bankgeheimnisses bleibt Luxemburg aufgrund von Optimierungsmöglichkeiten attraktiv für Steuerhinterziehung.

    nicht woertlich zuordenbar — die Behauptung ist umformuliert oder findet sich nicht im Wortlaut der angegebenen Quellen; das ist KEINE Aussage darueber, ob sie belegt ist

5 Quellen · 1 davon belegt · 0 externe Belege · 5 prüfbare Behauptungen

Maschinell geprüft: jede Belegstelle wurde wörtlich im Quelltext gesucht. Die Bewertung der Redaktion ist nicht Teil dieser Prüfung.

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