Repowering und die Republik der brüchigen Versprechen
Sie nennen es Repowering, und sie sagen das Wort, als trügen sie Handschuhe. Hinter dem sauberen Klang der Erneuerung steht ein Mechanismus, der sich längst selbst aufgefressen hat. Die Anpassung der Förderung — so die Beamten mit der kühlen Stimme — zeige die Notwendigkeit einer Überprüfung der Fördermechanismen zur Vermeidung von Missbrauch. Man hat für solche Sätze schon einmal applaudiert, in Genf, bei anderen Verträgen.
Was hier geprüft werden soll, ist nicht das Versprechen, sondern die Frage, wohin das Geld verschwand. Die deutsche Windenergiebranche ist konfrontiert mit finanziellen und regulatorischen Hürden, so zahlreich wie die Turbinen selbst. Reduzierungen der Windpark-Subventionen, so die Analysten mit den gepflegten Krawatten, könnten die Entwicklung erneuerbarer Energien in Deutschland verlangsamen. Sie könnten. Man spricht es nicht aus, dass sie es bereits tun.
Wenn die großzügigen Subventionen auslaufen, sterben die Mühlen nicht leise. Sie werden verschifft. Nach Afrika, in die Dritte Welt, wohin die Betreiber ihren Schrott tragen, um die Entsorgungskosten zu minimieren. Hochspezialisierte Komponenten müssen importiert werden, und Engpässe bei Installationsvesseln beeinflussen die Projektökonomie erheblich. Es ist eine strukturelle Abhängigkeit. Es ist ein Geschäftsmodell.
Komponenten-Upgrades — Blattverstärkungen, Generator-Retrofits — wachsen, weil sie billiger sind als neue Anlagen. Man spricht von kosteneffizienteren Lösungen. Übersetzt: Es wird geflickt, was nicht mehr zu reparieren ist. Bis 2023, so der Bundesverband Windenergie, verlieren rund 14.000 Megawatt installierter Leistung ihre Förderung — mehr als ein Viertel der deutschen Windkapazität.
Was bleibt zu fragen? Wer wacht über die Wächter? Wer prüft ein Förderprogramm, das sich seine eigene Integrität zusichert? Und wer profitiert vom Schweigen der Mühlen, die längst nicht mehr mahlen, sondern nur noch Kosten verursachen? Die Antwort steht nicht in den Protokollen. Sie steht zwischen den Zeilen, dort, wo die Männer lächeln, während sie unterschreiben. Die Welt spielt Schach. Man kennt die Züge.
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