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Terminal Tribune

10. Oktober 2026

Dossier · Energie & Klima

VERSCHNÜRT UND VERRATEN: GAZPROMS LANGE KETTE

10. Oktober 2026 — — Hollis

63 Milliarden Euro Schulden. Sechs Billionen Rubel. Das steht im eigenen Halbjahresbericht von Gazprom. Und Deutschland? Hat diesen Konzern nicht besiegt — gekauft. Verstaatlicht. In Securing Energy for Europe GmbH umgetauft. Klingt nach Sicherheit. Riecht nach einem Vertrag, den kein Mensch mehr kündigen will.

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Ich bin auf den Ölfeldern von Texas aufgewachsen. Ich weiß, wie eine Pipeline riecht. Und ich weiß, welche Männer davon reich werden, ohne je Öl an den Händen gehabt zu haben. Die sitzen heute in Frankfurt. In Berlin. In den Vorstandsetagen, die Gazprom Germania mit aufgebaut haben.

Wer profitiert von dieser Verschleierung? Die Anwälte, die Verträge prüfen. Die Berater, die Ausstiege verhandeln. Die Manager, die jahrelang die Abhängigkeit gefüttert haben und jetzt dafür bezahlt werden, sie wieder aufzulösen. Bezahlt von wem? Von Mietern, die im Winter heizen. Von Pendlern, die tanken.

Die Verträge binden uns. Gazprom hat geliefert, wir haben unterschrieben. Jetzt, wo Brüssel den Hahn zudrehen will, zeigt sich: Drehen kostet. Kündigen kostet. Jeder Tag Verzögerung kostet den Steuerzahler.

Und das ist die Ironie: Gazprom selbst kann ohne westliche Technik nicht bauen. Verdichter von Linde. Wärmetauscher von Air Products. Verboten seit 2022. Jetzt verklagt Gazprom Linde auf 220 Millionen Euro Schadensersatz. Wer den Ast absägt, auf dem er sitzt, will gleichzeitig vom Astseigentümer Geld.

Russland baut weiter. Ust-Luga, dreizehn Millionen Tonnen pro Jahr, 63 Prozent fertig. Die brauchen Käufer. Indien sagt nein — aus Angst vor Washingtons Sekundär-Sanktionen. China sagt ja, fordert Rabatt. Die EU sagt: 2027 ist Schluss mit LNG. Amerika zieht die Schrauben an, Projekt um Projekt.

Was bleibt? Eine Kette, die niemand mehr will, und ein Preis, den niemand bezahlen will. Außer uns.

Unklar bleibt, wer in den Ministerien den Deal mit Gazprom Germania wirklich unterzeichnet hat. Unklar bleibt, wie hoch die Rechnung am Ende ausfällt. Was wir wissen: Wer zahlt, hat nie mitentschieden.

Bier. Aus Prinzip.

❖ Ende des Artikels ❖

Prüfbare Behauptungen — 2 von 5 Behauptungen belegt
  1. ZITAT Die Situation zeigt die Schwierigkeiten auf, wirtschaftliche Verflechtungen mit Russland zu lösen, und die potenziellen finanziellen Risiken für den deutschen Steuerzahler.

    nicht woertlich zuordenbar — die Behauptung ist umformuliert oder findet sich nicht im Wortlaut der angegebenen Quellen; das ist KEINE Aussage darueber, ob sie belegt ist

  2. ZITAT Die Verstaatlichung von Gazprom Germania hat die Situation kompliziert, da die Kosten für eine Kündigung des Vertrags erheblich wären.

    nicht woertlich zuordenbar — die Behauptung ist umformuliert oder findet sich nicht im Wortlaut der angegebenen Quellen; das ist KEINE Aussage darueber, ob sie belegt ist

  3. ZITAT Deutschland ist durch Vertragsklauseln und finanzielle Verpflichtungen an russische LNG-Lieferungen gebunden, trotz politischer Ziele, die Beziehungen zu Russland zu reduzieren.

    nicht woertlich zuordenbar — die Behauptung ist umformuliert oder findet sich nicht im Wortlaut der angegebenen Quellen; das ist KEINE Aussage darueber, ob sie belegt ist

  4. ZITAT Trotz der Bemühungen Gazproms bleibt die technologische und finanzielle Abhängigkeit vom Westen eine Herausforderung.

    „Die technische Abkopplung vom Westen bleibt Gazproms Schwachpunkt. Seit 2022 darf der Konzern keine westliche LNG-Technologie mehr importieren. Das betrifft insbesondere Verdichter und Wärmetauscher westlicher Hersteller wie Linde oder Air Products.... Auch finanziell steht der Konzern unter Druck.“ — wörtlich im Quelltext belegt

  5. ZITAT Die EU plant, russische LNG-Importe bis 2027 zu beenden, was Gazprom zwingt, sich auf asiatische Märkte zu konzentrieren.

    „Es sieht vor, den Import von russischem LNG ab 1. Januar 2027 vollständig zu u“ — wörtlich im Quelltext belegt

5 Quellen · 2 davon belegt · 0 externe Belege · 5 prüfbare Behauptungen

Maschinell geprüft: jede Belegstelle wurde wörtlich im Quelltext gesucht. Die Bewertung der Redaktion ist nicht Teil dieser Prüfung.

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