Brunsbüttels Terminal: 40 Millionen, die niemand refinanziert
Der Terminal steht. Oder steht er nicht. Egal. Die Millionen fließen schon.
40 Millionen hat die EU-Kommission genehmigt. Können 125 werden. Im Haushalt 2022 standen 740 Millionen — kein Tippfehler, das ist deutsche Energiepolitik nach dem russischen Überfall auf die Ukraine. Öffentliche Förderung, politische Unterstützung, alles für Diversifizierung der Energiequellen. Diversifizierung klingt nach Vielfalt. Bedeutet: noch mehr Abhängigkeit, nur von anderen.
Brunsbüttel. Wo die Elbe in die Nordsee fließt und kein privater Markt ein LNG-Terminal baut, weil er es nicht wirtschaftlich findet. Der Markt ist nicht der Bauherr. Der Bund ist es. Katar soll liefern, irgendwann, vielleicht. Große Energiekonzerne sitzen mit am Tisch.
Experten rechnen dem Terminal geringe Auslastung zu. Refinanzierung unwahrscheinlich. Das wusste man vorher. Trotzdem genehmigt Brüssel, weil Berlin sagt: Wird auf grüne Gase umgestellt. Eines Tages. Versprochen ist nicht gebaut.
Die Deutsche Umwelthilfe hat genug. Beschwerde bei der Kommission, Rechtsgutachten: Klimaziele nicht erfüllt, keine Pläne für Erneuerbare, Verträge deuten auf fossilen Dauerbetrieb. Müller-Kraenner nennt es „wackeliges Boden". Stimmt. Forderung: Rücknahme der Beihilfe, Geld in echten Klimaschutz.
Ein Konkurrent klagt jetzt gegen die EU-Kommission. Wettbewerbsverzerrung durch Staatsgeld. Wer das ist, bleibt offen. Das Motiv liegt auf der Hand: Wer zahlt, gewinnt. Wer nicht zahlt, verliert Markt.
Greenpeace protestiert vor Ort. Die USA schauen zu, denn US-LNG-Exporteure wollen nach Europa liefern. Katar wartet auf Verträge. Geopolitik ist kein Zufall. Sie ist Geschäftsmodell.
Offen bleibt: Wer profitiert, wenn das Terminal halbleer dasteht? Wer hat die Rendite berechnet, auf die Brüssel 40 Millionen stützt? Und wer definiert eigentlich nationale Sicherheit — die Menschen, die das Gas an der Zapfsäule bezahlen, oder die Konzerne, die es verkaufen?
❖ Ende des Artikels ❖
