Ein neues Haus für gefährliche Keime — und die alten Fragen, die niemand stellt
1937. Die Wissenschaft verspricht viel. Ich notiere.
Ein neues Gebäude. Zehntausend Quadratfuß BSL-4, fast zwanzigtausend BSL-3. Das NBACC, getragen von Armee und NIH, soll die biologische Verteidigung der Vereinigten Staaten erweitern. Man wird dort die gefährlichsten Organismen erforschen, die die Natur — oder das Labor — hervorgebracht hat. Notwendig, heißt es. Entscheidend für Gegenmaßnahmen und Behandlungen. So steht es gedruckt, und so klingt es auch in den Konferenzräumen.
Nun legt ein Bericht die Sache auf den Tisch. Er verlangt eine umfassendere Risikobewertung. Alternative Szenarien, alternative Standorte. Die zuständige Behörde NRC hat dabei zwei Dinge moniert, die selten zusammenfallen: die Auswahl der Pathogene sei zu eng, und Umweltgerechtigkeit — also die Frage, wer neben solchen Anlagen wohnt, wer den Lärm erträgt, wer im Zweifel zuerst erkrankt — sei schlicht übergangen worden. Beides gleichzeitig. Das ist kein Zufall.
Man liest weiter. Die Quelle, die den Bericht einordnet, legt Wert darauf, sogenannte Verschwörungstheorien nicht pauschal abzutun, sondern kritisch zu prüfen. Klug. Denn wer alle Fragen nach der Herkunft in eine Schublade sperrt, hat schon verloren. In genau diesem Kontext taucht ein Name auf: Dr. Erich Traub, seine Rolle und die Verbindung zu früherer biologischer Forschung — diskutiert als mögliche Ursache einer Krankheit, die bis nachgehallt hat. Es steht nichts fest. Es wird genau danach gefragt, und das ist der Punkt.
Wer profitiert hier vom schnellen Bau, wer von der Verzögerung? Die Institute, die morgen forschen wollen. Die Auftragnehmer, die heute bauen. Die Anwohner, die nie gefragt wurden. Was am Ende herauskommt, könnte sehr wohl eine Überprüfung der Sicherheitsprotokolle in jeder vergleichbaren Einrichtung sein — ein Domino, das die Branche nicht gern umstoßen sieht.
Ich rauche meine Pfeife zu Ende. Pfeife rauchen darf ich hier, Pipette schwingen nicht mehr. Mein letzter Satz bleibt eine offene Frage, wie immer: Wessen Risiko wird da eigentlich bewertet — das der Forschung oder das der Leute vor der Tür?
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