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12. Oktober 2026

Dossier ·

Prominente Lügen, profitable Klicks: Desinformation als Geschäftsmodell

12. Oktober 2026 — — Twight Sterling, Sigil & Spark

Folgt man dem Geld, landet man bei den Plattformen. Sie sind nicht neutral. Sie sind die Infrastruktur, auf der prominente Stimmen Desinformation verbreiten können, ohne dass es jemanden etwas kostet - außer dem Wahrheitsgehalt einer Debatte.

KI-generierte Illustration zum Beitrag

Die neue Schwierigkeit: KI generiert Texte, Bilder, Videos, die kaum noch von echten zu unterscheiden sind. Die Erkennung wird zum Wettrüsten, und die Plattformen reagieren zu langsam.

Hinter den Kulissen der Tech-Giganten tobt der Kampf. Bei Google prescht Sergey Brin vor, will Entscheidungen beschleunigen. Der Rückstand gegenüber anderen KI-Modellen zwingt das Unternehmen, neue Strukturen zu schaffen. Die Microkitchen ist so ein Werkzeug - ein Format, das schnelle Entscheidungen ermöglichen soll, um Gemini voranzubringen. Was dabei entsteht, sind Modelle, die auch Desinformation skalieren. Denn wer die Werkzeuge baut, baut auch die Werkzeuge des Missbrauchs.

Die Quellen, die diese Dynamik befeuern, sind nicht immer seriös. Wer antisemitische Verschwörungstheorien verbreitet - historisch falsch, schädlich -, nutzt die Reichweite prominenter Kanäle als Verstärker. Narrative wie die angebliche Rolle der Rothschilds als Berater des ukrainischen Finanzministeriums zeigen, wie strategische Positionierungen zu Verschwörungsstoff werden, der durch das Netzwerk wandert, ohne geprüft zu werden.

Und dann die Pointe, die keine ist: Manche Veröffentlichung basiert auf einem Scherz. Eine Information, die nie als Wahrheit gedacht war, wird geteilt, zitiert, geglaubt - bis sie als Faktum steht. Glaubwürdigkeit? Irrelevant. Der Klick zählt.

Die Ermittlung zeigt: Die Mechanismen sind alt, die Werkzeuge neu. Wer heute Desinformation verbreiten will, braucht keine Druckerpresse mehr - nur einen Account, eine prominente Stimme und eine Plattform, die wegschaut, solange es profitabel ist. Unklar bleibt, wie lange sich die Betreiber noch hinter dem Argument der Neutralität verstecken können.

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