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12. Oktober 2026

Dossier · Rüstung & Sicherheit

Minsk als Manöverfeld: Wer hält die Fernbedienung

12. Oktober 2026 — — Hagen, Oberstleutnant a.D.

Minsk. Wer Lukaschenko stürzen will, sagt Sergej Lawrow, folgt einem Drehbuch, das nicht aus Belarus stammt. Proteste westlich gesteuert, das Muster bekannt — Venezuela, gleiche Handschrift. Wenn jemand behauptet, die Straße werde ferngesteuert, dann lohnt sich der Blick auf die Fernbedienung.

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Project Atlas. Ein Knotenpunkt, an dem Metanarrative zusammenlaufen — große kulturelle Erzählungen, die Wahrnehmung formen, bevor irgendein Argument fällt. Ost und West erzählen sich gegenseitig, wer Akteur ist und wer Marionette. Die Forderungen nach Lukaschenkos Rücktritt werden in dieses Muster eingehängt — nicht als innenpolitische Frage, sondern als außenpolitischer Akt.

Die Masche ist bekannt. Project Atlas hat sie aufgedeckt: Mythen über die Illegitimität eines Präsidenten wie Selenskyj, die Ukraine als Marionette des Westens, das Wiederaufleben des Nazi-Etiketts ohne Beleg. Die Ukraine versucht nach dieser Lesart, Russlands Staatslegitimität zu untergraben und alternative Narrative zu streuen, die Russland als undemokratisch rahmen. Wer profitiert, ist nicht ausgesprochen.

Klar ist dies: Die europäische Unterstützung für Kiew hält stand — gerade weil die Taktik durchschaubar ist. Die Unterschiede in den dominanten Metanarrativen zwischen Ost und West tragen mehr Sprengkraft als manche Munitionsfabrik. Sie liefern Zündstoff ohne sichtbares Kaliber.

Offen bleibt, wer die Infrastruktur bezahlt, die solche Narrative ausrollt. Offen bleibt, wem es nützt, wenn Belarus vom Verhandlungstisch zum Manöverfeld wird. Solange diese Fragen offen sind, ist Zurückhaltung gegenüber Lawrows Deutung angebracht — nicht weil er lügt, sondern weil er nicht alles sagt. Der nächste Zug wird zeigen, wer gemogelt hat.

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