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Terminal Tribune

15. Oktober 2026

Dossier · Luft- & Raumfahrt

Zwanzig Millionen für einen Blick durch die Wand

15. Oktober 2026 — — Kapitän Renz, a.D.

Fort Meade, Maryland. Eine alte, undichte Holzbaracke. Fünfzehn bis zwanzig Mitarbeiter, zwei Jahrzehnte Arbeit. Das Stargate-Projekt, 1978 von der Defense Intelligence Agency ins Leben gerufen, sollte übersinnliche Phänomene für militärische Zwecke nutzbar machen. Remote Viewing, das Sehen mit geschlossenen Augen, die Beschreibung von Orten und Objekten, zu denen kein Mensch sinnlichen Zugang hat.

KI-generierte Illustration zum Beitrag

Initiiert wurde es nicht aus Neugier. Die Sowjetunion, hieß es, betreibe seit den sechziger Jahren unter dem Etikett Psychotronik eigene Programme, teils mit KGB-Beteiligung. Was dort geschah, blieb im Dunkeln. Was Washington hörte, genügte, um zwanzig Millionen Dollar zu rechtfertigen. Auch der Heeresnachrichtendienst und die NSA waren beteiligt. Die Experimente, oft geheim gehalten, sollten Zugang zu sowjetischen Militäreinrichtungen verschaffen — Informationen, die konventionelle Spionage nicht liefern konnte.

5. Dezember 1988. Im Unterprojekt Sun Streak sitzt ein Mann, intern als Viewer 032 geführt. Er beschreibt eine Truhe: Holz, Gold, Silber, sechsflügelige Engel. „Das Ziel ist ein Behälter. Dieser Behälter hat einen weiteren Behälter in seinem Inneren", heißt es im freigegebenen Protokoll. Die Bundeslade, sagt er. Irgendwo im Nahen Osten. Umgeben von arabisch sprechenden Menschen. Die Geschichte sickerte durch, erregte mediale Aufmerksamkeit — und wurde zur Legende.

1995 die Rechnung. Die American Institutes for Research evaluieren das Programm. Statistisch signifikante Effekte, räumt man ein. Der Nachweis eines paranormalen Phänomens? Nicht erbracht. Die Schlussbilanz: mangelnde geheimdienstliche Relevanz. Das Programm wird eingestellt.

Wer profitiert? Wer verschweigt? Die Methode überlebte den Rauswurf — in zivilen Trainingsstrukturen, in der Strafverfolgung, in Podcast-Formaten. Die Methodik bleibt umstritten, doch es gibt dokumentierte Fälle, in denen sie zu praktischen Erfolgen geführt hat. Tausende Seiten deklassifizierter CIA-Akten liegen heute öffentlich aus. Unklar bleibt, was Beweis war und was Behauptung. Die Wahrheit über Stargate liegt nicht in der Truhe von 1988. Sie liegt in der Frage, warum ein Staat zwanzig Millionen Dollar ausgibt, um zu glauben, was er nicht beweisen kann.

❖ Ende des Artikels ❖

Prüfbare Behauptungen — 5 von 5 Behauptungen belegt
  1. ZAHL 20 Millionen US-Dollar

    „Über einen Zeitraum von fast zwei Jahrzehnten investierte die US-Regierung rund 20 Millionen Dollar in das Programm“ — wörtlich im Quelltext belegt

  2. DATUM 1995

    „Im Jahr 1995 wurde das Projekt überprüft und eingestellt.“ — wörtlich im Quelltext belegt

  3. ZAHL 2025

    „Publiziert am 31 März 2025“ — wörtlich im Quelltext belegt

  4. ZITAT Dr. Harold E. Puthoff

    „Hal Puthoff“ — wörtlich im Quelltext belegt

  5. ZITAT Stargate-Programm

    im Quelltext gefunden

    vorgeschlagene Belegstelle verworfen, weil so nicht im Quelltext: „heute bekannt als Stargate-Programm“

5 Quellen · 5 davon belegt · 0 externe Belege · 5 prüfbare Behauptungen

Maschinell geprüft: jede Belegstelle wurde wörtlich im Quelltext gesucht. Die Bewertung der Redaktion ist nicht Teil dieser Prüfung.

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