Colorados PFAS-Verbot – was die EPA verschweigt
Colorado hat ein Gesetz verabschiedet, das die Verwendung von PFAS in der Öl- und Gasförderung verbietet. Hersteller müssen künftig offenlegen, welche Chemikalien sie einsetzen. Es könnte als Modell für andere Bundesstaaten dienen, um die Umweltbelastung durch diese Ewigkeitschemikalien zu reduzieren.
Doch wer genauer hinsieht, sieht nur die halbe Rechnung.
PFAS gelangen nicht allein über Fracking-Flüssigkeiten in den Boden und ins Wasser. Sie landen auch über Klärschlamm auf den Äckern – als Dünger, sogenannte Biosolids. Bis zu zwanzig Millionen Acres amerikanischer Anbaufläche könnten verseucht sein, fünf Prozent der gesamten US-Landwirtschaft. Eine Regulierung dafür: Fehlanzeige. Es gibt derzeit kein wirksames Verfahren, solches Land wieder rein zu bekommen. Was bleibt, ist Warten. Auf Hunderte von Jahren.
Die EPA, zuständig für den Clean Water Act, hat neue Daten veröffentlicht. Die Zahl der Trinkwassersysteme, die mit PFAS belastet sind, steigt erheblich. Das unterstreicht die Dringlichkeit – flächendeckend reguliert wird trotzdem nicht. Die rechtliche Aufmerksamkeit wächst: Gemeinden, Militärpersonal, Landwirte machen Schadensersatzansprüche geltend. Im Kern steht eine einfache Frage. Erfüllt die Behörde ihre Pflicht?
PEER, eine Umweltorganisation, klagt im Namen texanischer Farmer gegen die EPA. Der Vorwurf: Die Behörde vernachlässige ihre rechtliche und moralische Verpflichtung, PFAS in Biosolids zu regulieren, und setze Umwelt und Gesundheit aufs Spiel. Die Reaktion der EPA: Immunität. Man habe vollständige Ermessensfreiheit, solange alle zwei Jahre ein Bericht erscheint. Form statt Inhalt. Pflicht, umgewandelt in Papier.
Colorado zeigt, dass Gesetzgebung schnell gehen kann, wenn sie will. Das Gesetz ist Modell und Mahnung zugleich – Modell, weil es geht. Mahnung, weil das größere Feld, buchstäblich, weiter ungeregelt bleibt. Was bleibt: das Feld, das bezahlt.
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