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17. Oktober 2026

Dossier · Agrarpolitik & Ernährung

Die Hand im eigenen Acker

17. Oktober 2026 — Ida Feuerbach

Brüssel sieht, was Prag nicht sehen will. Die Europäische Kommission hat die Auszahlung von 3,18 Millionen Euro an den Agrofert-Konzern gestoppt — Mittel aus der zweiten Säule der Gemeinsamen Agrarpolitik, konkret aus dem Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums. Direktzahlungen an Landwirte bleiben unberührt. Hier geht es nicht um Ackerbau, hier geht es um Macht.

KI-generierte Illustration zum Beitrag

Rund 130.000 Hektar Land verwaltet der Konzern, der mit dem tschechischen Premierminister Andrej Babiš verflochten ist. Seit Februar 2026 stehen seine Anteile im Treuhandfonds RSVP Trust — jenem Konstrukt, das Babiš als saubere Lösung präsentiert und das Präsident Petr Pavel zur Bedingung für Babiš' formelle Rückkehr ins Amt erhoben hatte. Die Kommission teilt diese Einschätzung nicht. Sie sieht ein hohes Risiko für Interessenkonflikte, insbesondere bei Zahlungen aus der zweiten Säule.

Die Vorbehalte sind nicht neu. Bereits zwischen 2017 und 2021 stand Babiš wegen Vetternwirtschaft im Fokus der EU. Tschechische Gerichte und die Kommission stellten damals fest, dass er Einfluss auf Agrofert behielt. Auch jetzt prüft Brüssel weiter, ob die getroffenen Maßnahmen zur Trennung ausreichen — und signalisiert: nicht zufriedenstellend gelöst.

Die nationale Interventionsbehörde SZIF hat bereits Zahlungen in Höhe von drei Millionen Euro unterbrochen. Ihr Chef Petr Dlouhý zeigt sich dennoch zufrieden mit der Konstruktion des Treuhandfonds. Opposition, private Bauern und Transparency International Czechia sehen das grundlegend anders und sprechen offen von einer Strategie des Aufschiebens und Herunterspielens. Die Kommission stehe mit den tschechischen Behörden in Kontakt, fordere weitere Informationen an. Solange das Problem nicht vollständig gelöst ist, fließe kein weiteres Geld.

Für jeden Agrarkonzern in der Union bedeutet dieser Vorgang: Die Prüfung von Verflechtungen wird überlebensnotwendig. Subventionen sichert man nicht durch Papiere, sondern durch glaubwürdige Trennung.

Was bleibt, ist ein Acker, auf dem einer gleichzeitig sät und erntet — und das wachsame Auge der Kontrolleure, die verstehen, wie ein Treuhand konstruiert ist, bevor er bricht.

❖ Ende des Artikels ❖

Prüfbare Behauptungen — 2 von 5 Behauptungen belegt
  1. ZITAT Die wirtschaftliche Bedeutung von Agrofert in der tschechischen Landwirtschaft und die politische Verflechtung führen zu verstärkter Überwachung durch europäische Kontrollinstanzen.

    die vorgeschlagene Belegstelle steht so NICHT im Quelltext und wurde deshalb verworfen; das ist eine Aussage ueber den Vorschlag, nicht ueber die Quellenlage

    vorgeschlagene Belegstelle verworfen, weil so nicht im Quelltext: „Die wirtschaftliche Bedeutung des Agrofert-Konzerns in der tschechischen Landwirtschaft ist erheblich. [...] Aufgrund dieser Größenordnung und der engen Verflechtung mit der Politik steht der Konzern seit längerer Zeit unter Beobachtung der europäischen Kontrollinstanzen.“

  2. ZITAT Die Entscheidung zeigt die Notwendigkeit für Agrarunternehmen, Interessenkonflikte gründlich zu prüfen, um Subventionen zu sichern.

    „Für Agrarunternehmen wird die Prüfung solcher Konstellationen jetzt überlebenswichtig. Unser Leitfaden zeigt, wie Sie Ihre Subventionen absichern.“ — wörtlich im Quelltext belegt

  3. ZITAT Die EU-Kommission prüft weiterhin die Angemessenheit der getroffenen Maßnahmen zur Trennung von Babiš und Agrofert.

    nicht woertlich zuordenbar — die Behauptung ist umformuliert oder findet sich nicht im Wortlaut der angegebenen Quellen; das ist KEINE Aussage darueber, ob sie belegt ist

  4. ZITAT Opposition und Überwachungsgruppen kritisieren die Maßnahmen als unzureichend und sehen eine Strategie des 'Aufschiebens und Herunterspielens'.

    die vorgeschlagene Belegstelle steht so NICHT im Quelltext und wurde deshalb verworfen; das ist eine Aussage ueber den Vorschlag, nicht ueber die Quellenlage

    vorgeschlagene Belegstelle verworfen, weil so nicht im Quelltext: „The decision drew immediate criticism from opposition politicians, private farmers and watchdog groups. Only the European Commission can make the call about conflict of interest, said Transparency International Czechia, accusing Prague of a strategy of "delay and downplaying."“

  5. ZITAT Die EU-Kommission sieht ein hohes Risiko für Interessenkonflikte bei Zahlungen aus der zweiten Säule der GAP.

    „Laut EU-Kommission besteht hier das größte Risiko für potenzielle Interessenkonflikte.“ — wörtlich im Quelltext belegt

5 Quellen · 2 davon belegt · 0 externe Belege · 5 prüfbare Behauptungen

Maschinell geprüft: jede Belegstelle wurde wörtlich im Quelltext gesucht. Die Bewertung der Redaktion ist nicht Teil dieser Prüfung.

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