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17. Oktober 2026

Dossier · Politik & Macht

Die Gewöhnung als Waffe: Wenn Militarisierung unsichtbar wird

17. Oktober 2026 — Kastner

Es beginnt mit einer Selbstverständlichkeit. Eine starke Armee sei zentral für nationale Entwicklung und Sicherheit, heißt es. Die Notwendigkeit der Militarisierung wird beschworen, als wäre sie ein Naturereignis — und nicht, was sie ist: eine politische Entscheidung, getroffen von jenen, die später so tun, als hätten sie nichts entschieden. Wer profitiert, wenn diese Ordnung einmal steht? Wer verschweigt, was sie kostet?

KI-generierte Illustration zum Beitrag

Rela Mazali hat den Mechanismus freigelegt. In Israel durchziehen tausende Prozesse gesellschaftlicher Anpassung das Leben der jüdischen Bevölkerung. Halbautomatische Sturmgewehre lehnen an Knien, prangen an Hüften, hängen an Schultern — die Waffen verschwinden im Blickfeld, weil alle sich früh daran gewöhnen, dass sie nur dem Schutz dienen. Was als Sicherheit verkauft wird, ist Normalisierung. Wer das Gewehr nicht mehr sieht, hat den Krieg nicht abgeschafft, sondern verinnerlicht.

Militarisierung, so Mazali, ist kein Zustand, sondern ein fortwährender Prozess — zurückreichend bis in die Zeit der zionistischen Besiedlung und seither ununterbrochen. Was als Tradition firmiert, ist Verstetigung. Uniformierte werden zu Statisten einer Erzählung, die niemand mehr hinterfragt, weil alle mittendrin stehen.

Die Aktionsgemeinschaft Dienst für den Frieden hat in Bad Cannstatt eine Resolution verabschiedet. „Reale Bedrohungen ernst nehmen, ohne militärische Reflexe an die Stelle politischer Orientierung treten zu lassen." Militärische Mittel müssten rechtlich gebunden, demokratisch kontrolliert und dem Ziel politischer Konflikttransformation untergeordnet bleiben. Die AGDF, ein Zusammenschluss von 32 Organisationen, versteht sich als Fachverband für Friedensarbeit und betont die Notwendigkeit, christliches Friedenshandeln kontinuierlich zu qualifizieren und zu aktualisieren.

Die Diagnose endet nicht bei Israel. Auch in Deutschland beobachtet der Verband Militarisierungstendenzen: das Ziel der stärksten konventionellen Armee Europas, Debatten über Wehrpflichtmodelle, Werbe- und Nachwuchskampagnen der Bundeswehr im öffentlichen Raum. Die Struktur ist dieselbe. Was als Schutz firmiert, soll als Notwendigkeit erscheinen — und am Ende als unausweichlich.

❖ Ende des Artikels ❖

Prüfbare Behauptungen — 2 von 4 Behauptungen belegt
  1. ZAHL 2026

    im Quelltext gefunden

  2. ZITAT Rela Mazali betont die Rolle der gesellschaftlichen Anpassung und der Militärmythen bei der Verbreitung militaristischer Ideologien in Israel.

    nicht woertlich zuordenbar — die Behauptung ist umformuliert oder findet sich nicht im Wortlaut der angegebenen Quellen; das ist KEINE Aussage darueber, ob sie belegt ist

  3. ZITAT Die AGDF sieht sich als wichtigen Akteur in der Friedensarbeit und betont die Notwendigkeit, christliches Friedenshandeln kontinuierlich zu qualifizieren und zu aktualisieren.

    „arbeitet an der kontinuierlichen Qualifizierung und Aktualisierung christlichen Friedenshandelns.“ — wörtlich im Quelltext belegt

  4. ZITAT Der 'Operationsplan Deutschland' zielt darauf ab, die militärische Einsatzbereitschaft der BRD zu erhöhen.

    nicht woertlich zuordenbar — die Behauptung ist umformuliert oder findet sich nicht im Wortlaut der angegebenen Quellen; das ist KEINE Aussage darueber, ob sie belegt ist

5 Quellen · 2 davon belegt · 0 externe Belege · 4 prüfbare Behauptungen

Maschinell geprüft: jede Belegstelle wurde wörtlich im Quelltext gesucht. Die Bewertung der Redaktion ist nicht Teil dieser Prüfung.

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