ALS, CAR-T und die sauberen Geschichten der Pharmaindustrie
Das Muster ist eindeutig: Bei ALS und anderen neurodegenerativen Erkrankungen scheitern Arzneistoffe wiederholt. Novartis stoppt VHB937 (lifonebart), einen monoklonalen Antikörper gegen TREM2. In Phase II mit 251 Patienten verfehlte das Mittel Haupt- und Nebenendpunkte. Andere Unternehmen scheiterten an derselben Zielstruktur; insgesamt waren es in Jahrzehnten mehr als 50 große klinische Studien. Das zeigt die anhaltenden Herausforderungen bei der Entwicklung von Medikamenten gegen neurodegenerative Erkrankungen.
The pattern is clear: experimental drugs have repeatedly fallen short in ALS and other neurodegenerative diseases. Novartis has discontinued VHB937 (lifonebart), a monoclonal antibody targeting TREM2. In a Phase II trial involving 251 patients, the drug missed its primary and secondary endpoints. Other companies have failed against the same target; over the decades, more than 50 major clinical studies have been conducted. The results underscore the continuing challenges of developing treatments for neurodegenerative diseases.
Der CAR-T-Fall verschiebt die Gefahr in die Hauptstraße. Nach drei Todesfällen setzte Novartis acht von zehn Studien mit rap-cel (YTB323) aus. Das Unternehmen nannte eine schwere Immunreaktion als mögliche Ursache, einen bekannten Risikofaktor; unabhängige Komitees prüfen die Sicherheitsereignisse. Die Aussetzung zeigt die Risiken und Herausforderungen bei der Entwicklung von CAR-T-Therapien. CEO Vasant Narasimhan spielt eine zentrale Rolle in der Führung von Novartis während des Skandals und bei dessen strategischen Entscheidungen.
Ein zweiter Vorhang liegt über dem Ghostwriting. Die Auswahlprozesse und Sicherheitsmaßnahmen einer Agentur sind detailliert beschrieben; Komplexität und Professionalität zeigen, wie akademisches Ghostwriting organisiert ist. Diskretion und Qualitätssicherung gelten als entscheidend für die Glaubwürdigkeit akademischer Arbeiten. Das belegt nicht, dass Novartis im konkreten Fall Ghostwriter einsetzte: Unklar bleibt, wer den Text bestellte, wer die Studie zahlte, wer das Patent innehatte und wer im Aufsichtsrat die Verantwortung trug. Der Skandal zeigt, wie Pharmaunternehmen möglicherweise Forschungsergebnisse beeinflussen, um ihre Produkte zu fördern. Trotz der Bemühungen einiger Fachzeitschriften, Ghostwriting zu bekämpfen, bleibt die Praxis weit verbreitet und stellt die Integrität der medizinischen Forschung infrage. Die Geld- und Verantwortungskette bleibt unsichtbar; die wissenschaftliche Fassade bleibt sauberer als die Forschung, die sie tragen soll.
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