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29. Oktober 2026

Dossier · Finanzen & Wirtschaft

Ein Geschäft, vier Jahre, eine tote Institution

29. Oktober 2026 — E. Wolff

Am 9. März 2023 lösten die zehn Gesellschafter von INSTEX ihre Zweckgesellschaft auf. Die Bilanz des vierjährigen Handelswegs: eine abgeschlossene Transaktion, der Export medizinischer Güter in den Iran Anfang 2020.

KI-generierte Illustration zum Beitrag

INSTEX sollte Europas Handel mit dem Iran von US-Dollar und SWIFT entkoppeln. Doch der Mechanismus blieb auf nicht sanktionierbare Güter beschränkt; den Ankauf iranischen Öls konnte er nicht abwickeln. Der Schutzschild war zu klein für die Aufgabe.

Iran weigerte sich, den Mechanismus für humanitäre Zwecke zu nutzen, und entwickelte alternative Methoden zum Schutz seiner wirtschaftlichen Interessen. Damit untergrub es INSTEX als Handelsmechanismus. Die E3 – Großbritannien, Frankreich und Deutschland – beantworteten ihre Frustration über Irans Weigerung mit der Auflösung. Die Auflösung zeigt die angespannten Beziehungen zwischen E3 und Iran sowie die Schwierigkeiten bei der Umgehung von US-Sanktionen.

Politische Spannungen und die Drohung von US-Sanktionen gegen Teilnehmer führten zur ineffektiven Umsetzung. Geplante Schutzmechanismen griffen nicht; das Risiko war für europäische Firmen größer als der Nutzen. Ein Zahlungsweg, der Sanktionen umgehen sollte, wurde durch die Drohung mit Sanktionen stillgelegt.

INSTEX war als symbolische Maßnahme ohne ausreichende finanzielle Mittel und politische Unterstützung gegründet worden: eine neue Ordnung mit leerer Kasse. Das führte zum Scheitern. Unabhängigkeit wurde beschlossen, aber nicht finanziert. Die Auflösung nach nur einer Transaktion unterstreicht die Schwierigkeiten bei der Umsetzung internationaler Handelsabkommen und die begrenzten Erfolge alternativer Handelsmechanismen unter Sanktionsdruck.

Wer von diesem Scheitern profitiert hat, bleibt unklar. Klar ist: Eine Währungsordnung, die auf Drohungen beruht, ist keine verlässliche Handelsgrundlage. Die Erfahrung zeigt die Notwendigkeit für Europa, unabhängige internationale Zahlungssysteme zu entwickeln, um zukünftige geopolitische Herausforderungen besser zu bewältigen. Eine technische und finanzielle Basis muss auch dann tragen, wenn Sanktionen drohen.

❖ Ende des Artikels ❖

Prüfbare Behauptungen — 1 von 5 Behauptungen belegt
  1. ZAHL OFAC-Expansion 2026

    nicht woertlich zuordenbar — die Behauptung ist umformuliert oder findet sich nicht im Wortlaut der angegebenen Quellen; das ist KEINE Aussage darueber, ob sie belegt ist

  2. ZAHL nur einer abgeschlossenen Transaktion

    „Der Iran hatte nur einer einzigen Transaktion zugestimmt, nämlich der Ausfuhr medizinischer Güter aus Europa nach Iran Anfang 2020.“ — wörtlich im Quelltext belegt

  3. ZITAT Die Erfahrung zeigt die Notwendigkeit für Europa, unabhängige internationale Zahlungssysteme zu entwickeln, um zukünftige geopolitische Herausforderungen besser zu bewältigen.

    nicht woertlich zuordenbar — die Behauptung ist umformuliert oder findet sich nicht im Wortlaut der angegebenen Quellen; das ist KEINE Aussage darueber, ob sie belegt ist

  4. ZITAT Die Abhängigkeit von US-Dollar und SWIFT sowie die Beschränkung auf nicht sanktionierbare Güter behinderten die Effektivität von INSTEX.

    nicht woertlich zuordenbar — die Behauptung ist umformuliert oder findet sich nicht im Wortlaut der angegebenen Quellen; das ist KEINE Aussage darueber, ob sie belegt ist

  5. ZITAT INSTEX wurde als symbolische Maßnahme gegründet, ohne ausreichende finanzielle Mittel und politische Unterstützung, was zu seinem Scheitern führte.

    nicht woertlich zuordenbar — die Behauptung ist umformuliert oder findet sich nicht im Wortlaut der angegebenen Quellen; das ist KEINE Aussage darueber, ob sie belegt ist

5 Quellen · 1 davon belegt · 0 externe Belege · 5 prüfbare Behauptungen

Maschinell geprüft: jede Belegstelle wurde wörtlich im Quelltext gesucht. Die Bewertung der Redaktion ist nicht Teil dieser Prüfung.

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