Trumps Handschlag mit jenen, die er auf zehn Milliarden Dollar verklagte
Es gibt Auftritte, die so sorgfältig choreographiert sind, dass selbst der Applaus nach Regieanweisung klingt. Am Freitagabend, im Ballsaal des Waldorf Astoria, wo die Neuauflage des White House Correspondents' Dinner stattfand, wurde dem Präsidenten der Vereinigten Staaten ein Lächeln aufgesetzt, das die Anwesenden — und gewiss auch ihn selbst — als Gelassenheit lesen sollten. Donald Trump lachte, als die Reporter des Wall Street Journal die Bühne betraten, um den Katharine Graham Award for Courage and Accountability entgegenzunehmen. Es ist der Preis, der seit Jahren jene Journalisten ehrt, die sich gegen Mächtige gestellt haben — und in diesem Jahr wurde er für eine Recherche verliehen, die sich gegen ihn selbst richtete.
Die Auszeichnung, so erfährt man aus dem Programm des Abends, galt einer Geschichte vom Juli 2025, die ein Geburtstagsbuch betraf, das der verstorbene Finanzmakler Jeffrey Epstein zu seinem fünfzigsten Geburtstag hatte anfertigen lassen. Die Zusammenstellung, von Ghislaine Maxwell betreut, der inzwischen verurteilten Komplizin Epsteins, enthielt unter anderem einen Beitrag, den Trump angeblich beigesteuert hatte: einen fiktiven Dialog in der dritten Person, illustriert mit einer Zeichnung einer nackten Frau. Die Zeitung beschrieb das Schriftbild so, dass es sich der Phantasie einprägt — "ein paar kleiner Bögen bezeichnen die Brüste der Frau, und die Unterschrift des späteren Präsidenten, ein welliges 'Donald', sitzt unterhalb ihrer Taille und ahmt Schamhaare nach." Das war der Fund, der im vergangenen Sommer sowohl Demokraten als auch Republikaner auf den Plan rief; das Parlament forderte die Veröffentlichung der Epstein-Akten, und die Regierung kam dem nach.
Was folgte, war ein Rechtsakt von jener Wucht, die in Washington Dollars wie Argumente zählt. Im vergangenen Jahr reichte der Präsident eine Verleumdungsklage gegen das Wall Street Journal ein, zehn Milliarden Dollar schwer. Im April dieses Jahres wies District Court Judge Darrin Gayles — ein Richter, den Barack Obama einst ernannt hatte — die Klage ab, ohne zur Echtheit des Schreibens Stellung zu nehmen. Er tat es mit der Begründung, der Präsident habe nicht dargelegt, dass die Zeitung "mit tatsächlicher Böswilligkeit" gehandelt habe, jener Hürde des amerikanischen Presserechts, die den Mächtigen vor der Presse schützt und umgekehrt. Im Mai reichte Trump eine ergänzte Klage ein; das Verfahren ist noch nicht abgeschlossen.
Nun also der Saal. Trump schüttelte jedem einzelnen Reporter die Hand, der an der Geschichte gearbeitet hatte. In einem Moment formte er mit den Lippen, so berichten Augenzeugen, ein "I don't know", und warf die Hände in die Luft, als wolle er sagen: Was soll man machen. In seinen Redebeiträgen fand er den Ton, den man von ihm kennt — die Pointe, die alles zudeckt, ohne es zu verhandeln. "Das ist kein leichter Abend gewesen", sagte er, "all die Auszeichnungen." Später, mit einer Miene, die zwischen Staunen und Theater schwankte: "Habe ich da ein Mitspracherecht?"
Es ist diese Geste, die den Abend überdauern wird — nicht die Verleihung selbst, die ein erwartbarer Programmpunkt war, sondern die Bereitschaft des Präsidenten, sich in einen Raum zu begeben, in dem er zugleich Gast, Beklagter und Preisträger der Umstände ist. Wer die Erzählung kontrolliert, lässt sich an einem solchen Abend schwer entscheiden. Die Reporter haben berichtet; der Richter hat geurteilt; die Jury des Preises hat entschieden. Geblieben ist das Bild eines Mannes, der mit jenen Hände schüttelt, denen er zehn Milliarden Dollar an Schadenersatz abverlangt hat — und der dabei lächelt, als gehöre das zum Drehbuch.
Es gehört zum Drehbuch. In Washington gehört es seit jeher zum Drehbuch, dass Macht sich inszeniert, während sie prozessiert. Die Frage ist nur, wem die Kamera folgt — dem Präsidenten, der sich als guter Verlierer gibt, oder den Journalisten, die den Saal mit einer Auszeichnung verlassen, die der Mann auf der Bühne am liebsten annulliert hätte. Die Antwort, so scheint es, kennt allein die nächste Klage.