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Die eingeräumte Bühne — wenn der Mainstream Extremisten die Hand reicht

31. Juli 2026 — — — Kastner

Es gibt eine Sorte von Stille, die lauter ist als jeder Aufschrei. Sie entsteht, wenn jemand auf eine direkte Frage antwortet — durch Wegsehen. Als die Kampagne der früheren demokratischen Kongressabgeordneten Cori Bush aus Missouri dieser Tage gefragt wurde, ob ein gewisser Christopher Winston in ihrem Umfeld eine Rolle spiele, ob sie ihn kenne, ob er zu einer Veranstaltung eingeladen worden sei, sandte sie keinen Kommentar. Sie sandte einen Link. Einen Link zu einem Artikel über Joy Behar. Über demokratischen Sozialismus. Man möge sich, hieß es sinngemäß, mit diesen Informationen zufriedengeben.

Bush, einst Mitglied des sogenannten „Squad", jener Gruppe progressiver Abgeordneter, die das politische Washington zwischen 2018 und 2024 in Atem hielt, will zurück in den Kongress. Im ersten Wahlbezirk Missouris tritt sie wieder an. An ihrer Seite, sichtbar, neben ihr posierend in einem kürzlich veröffentlichten Beitrag, steht Winston. Ein Aktivist aus der Gegend von St. Louis, der sich selbst als Maoisten bezeichnet und unter dem Pseudonym „BlackRedGuard" über zahlreiche Plattformen hinweg eine Online-Präsenz unterhält. Er referiert über „maoistische Organisation in der DSA", der Democratic Socialists of America. Er beschämt jene Linke, die sagt, sie unterstütze die Hamas oder die Hisbollah nicht.

Winston formuliert das so, wie man einen Glaubenssatz vorträgt, nicht eine These: „Wenn du sowas sagst wie, ich unterstütze die Hisbollah oder die Hamas nicht, und dich selbst Linker nennst, bist du erbärmlich. Alle Macht dem gesamten Widerstand. Frieden durch das Schwert." In einem anderen Video stellt er eine Frage, die nicht gestellt werden muss, wenn man sie als rhetorisch versteht: „Was ist falsch daran, Molotowcocktails auf eine Polizeiwache zu werfen?" Er ruft auf, Amerika nicht zu reparieren, sondern zu „entmachen" — „Do not fix America. Unmake it", in einem Beitrag vom Juni 2025. Er applaudiert dem Verbrennen amerikanischer Flaggen. „Die Flagge", schreibt er in einem gesonderten Beitrag aus dem Jahr 2024, „ist ein Symbol der Sklaverei und des Völkermords, die Amerika aufgebaut haben. Sie sollte immer so geschändet werden."

Das alles steht auf offenen Kanälen. Es ist keine Geheimsprache. Es ist dokumentiert, zitiert, abrufbar. Als Fox News Digital die Bush-Kampagne mit diesen Quellen konfrontierte, war die Antwort kein Dementi, keine Einordnung, keine Distanzierung. Sie war der Themenwechsel.

Auf einer Bühne, die größer ist als ein Wahlkreis in Missouri, hat sich unterdessen die Hamas neu aufgestellt. Khalil al-Hayya, in Katar stationiert, seit langem einer der erfahrensten Unterhändler der Bewegung, ist mit 35 zu 34 Stimmen gegen Khaled Meshaal zum neuen Leiter des politischen Büros gewählt worden. Das Votum, am Montag bekanntgegeben, vollendete einen Prozess, der im Mai begonnen hatte, nachdem die Bewegung bereits in einer ersten Runde an ihrer eigenen Uneinigkeit gescheitert war. Walid Al Omari, der Leiter des arabischsprachigen Büros von Al Jazeera in Palästina, trug die Stimmenzahl öffentlich zusammen. Al-Hayya folgt auf Yahya Sinwar, der seinerseits nach der gezielten Tötung Ismail Haniyehs in Teheran im Juli 2024 die Führung übernommen hatte, bevor israelische Kräfte ihn im Oktober desselben Jahres bei Kämpfen in Rafah töteten. In der Zwischenzeit hatte ein fünfköpfiger Interimsrat unter Mohammed Darwish, dem Leiter des Schura-Rats, die Geschäfte geführt.

Im September 2025 versuchte Israel, al-Hayya gemeinsam mit dem übrigen palästinensischen Verhandlungsteam in Katar zu töten. Internationale Kritiker nannten das, was es war: ein Verhalten, das außerhalb jeder diplomatischen Konvention steht. „Gangsterhaft", lautete das Wort, das gewählt wurde.

Man muss diese beiden Vorgänge nebeneinander legen, nicht weil sie identisch wären, sondern weil sie eine Mechanik teilen. Sie teilen die Geste, mit der ein politisches Zentrum — hier eine Kampagne, dort ein Staat — entscheidet, wer als Gegenüber gilt. Sie teilen das Kalkül, dass Normalisierung weniger kostet als Distinktion. Und sie teilen die späte Erkenntnis, dass jede ausgestreckte Hand ein Präzedenzfall ist, der den Bereich des Sagbaren erweitert.

Die Frage ist nicht, was Christopher Winston glaubt. Die Frage ist, was eine gewählte Demokratin damit beantwortet, dass sie neben ihm steht. Die Frage ist nicht, wer al-Hayya ist. Die Frage ist, wer sich entschließt, mit ihm zu verhandeln — und in welcher Sprache der Verzicht auf Distanz formuliert wird.

Es gab eine Konvention, die in protokollarischen Räumen hing und deren Absence sofort bemerkt wurde: dass das, was nicht gesagt wird, einen Sprecher hat. Die Bush-Kampagne hat einen Sprecher, der nicht spricht. Das Vokabular des politischen Mainstreams, der sich selbst als moralisch codiert versteht, verliert dann an Gewicht, wenn die Hand zu denen ausgestreckt wird, deren Vokabular es nicht teilt — und die Hand nicht zurückgezogen wird, wenn der Preis sichtbar wird. Die Stille, die zurückbleibt, ist lauter als der Aufschrei, den sie hätte ersetzen sollen.

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