Entwickler weicht zurück — Tiruvallikeni kshetram bleibt unangetastet
Die Pressemitteilung ist kurz. Die Gründe sind knapp gehalten. Und am Ende steht — Boden.
Ein Solarentwickler hat sein Projekt am heiligen Tiruvallikeni kshetram gestoppt. Die Anlage ist zurückgezogen, das Vorhaben beerdigt, wie es in der Sprache der Konzerne heißt. Was bleibt, ist die Frage, was dort überhaupt geplant war — und warum es nun nicht gebaut wird.
Ich bin Jack Hollis. Ich schreibe seit Jahren über Energie, über Pipelines und Bohrtürme, über das, was an der Zapfsäule passiert und was in den Boardrooms darüber entschieden wird. Ich weiß, wie eine Pipeline riecht. Ich weiß, welche Männer davon reich werden, ohne je Öl an den Händen gehabt zu haben. Und ich weiß, was Energie kostet, wenn man am Ende des Monats entscheiden muss, ob man heizt oder isst.
Das Tiruvallikeni kshetram ist kein gewöhnliches Stück Erde. Die Quellen, die der Terminal Tribune vorliegen, beschreiben diesen Ort mit einer Schwere, die man selten in Wirtschaftsmeldungen findet. Lord Shiva selbst erläutert dem Weisen Narada die Größe dieses heiligen kshetram. Die Brahmanda Purana widmet ihm zehn Kapitel. Das erste Kapitel erklärt die Größe von Brindaranyam, dem heiligen Tulasi-Wald. Das zweite und dritte Kapitel erzählen von der Erhabenheit Vedavalli Thayars. Wer diese Zeilen liest, auch nur die Überschriften, versteht: Hier wird seit Jahrhunderten gebetet, gewacht, gelebt. Hier wird nicht verhandelt. Hier wird gewohnt, seit Generationen.
Und nun also Solar. Ein Investor tritt auf. Ein Konsortium zeichnet sich ab. Pachtverträge werden ausgehandelt. Ingenieure vermessen das Land. So beginnt jedes Projekt. Bis es eben nicht weitergeht.
Die offizielle Lesart, die der Entwickler verbreitet, spricht von Bedenken, die ernst genommen worden seien. Man habe den Dialog gesucht, man habe auf die Stimmen vor Ort gehört. Das klingt sauber. Eine andere Lesart, und die ist genauso berechtigt, sagt: Der Widerstand war zu groß, der Druck zu laut, die Geschichte zu heikel für die Bilanz. Beide Lesarten schließen sich nicht aus. Beide passen in den Rahmen dessen, was jeder kennt, der einmal mit der Energiebranche zu tun hatte.
Ich sage nicht, was dahintersteckt. Ich sage, was da ist. Da ist ein heiliger Ort, der in den ältesten Texten der hinduistischen Überlieferung verzeichnet ist. Da ist ein Solarentwickler, der seine Pläne zurückgezogen hat. Und da ist eine Lücke zwischen diesen beiden Tatsachen, in die jede Menge hineinprojiziert werden kann.
Was bleibt, ist das Land selbst. Die Tulasi blüht weiter. Die Prozessionen ziehen ihre alten Wege. Die Gläubigen kommen, wie sie kamen, bevor irgendein Investor den ersten Spatenstich auch nur erwogen hat. Das ist die eine Konstante, die jedes Geschäftsmodell irgendwann einholen wird — dass manche Orte sich nicht in Megawatt umrechnen lassen. Manche Orte sind nicht verhandelbar. Manche Orte stehen einfach da.
Tiruvallikeni hat diese Runde überstanden. Die Arbeit, die das kshetram schützt, ist nicht beendet. Sie hat gerade erst wieder angefangen.