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Terminal Tribune

13. August 2026

Dossier · Politik & Macht

Endspiel in der Kongresshalle

13. August 2026 — — Kastner

Washington spielt Schach, und die Uhr tickt.

KI-generierte Illustration zum Beitrag

In diesen Julitagen vor der Sommerpause des Senats verhandeln die mächtigsten Konferenzen des amerikanischen College-Sports mit jenen Männern und Frauen in Washington, die ihnen die Regeln ihres Geschäfts neu schreiben sollen. Es ist ein Spiel, dessen Ergebnis — so viel lässt sich sagen — nur noch nicht offiziell verkündet wurde.

Die Rede ist vom "Protect College Sports Act", einem überparteilichen Entwurf, getragen von Senator Ted Cruz, Republikaner aus Texas, und Maria Cantwell, Demokratin aus Washington, mit Unterstützung von Eric Schmitt, Republikaner aus Missouri. Was als Vorhaben begann, das Chaos im Hochschulsport zu ordnen — endlose Transfers, unklare Berechtigungsregeln, ein "nicht nachhaltiger Wettlauf der Aufrüstung", wie Schmitt es nennt —, hat sich über Monate zu einem politischen Verhandlungspoker entwickelt, in dem jede Formulierung abgewogen wird. Es war nicht der erste Versuch. Ein Vorgängerentwurf, der SCORE Act, hatte das Vorhaben bereits durch das Kongresslobbying getragen, bevor dieser jüngste Entwurf an seine Stelle trat. Die wachsende Uneinigkeit zwischen den Parteien darüber, wie viel Hilfe von der Bundesebene überhaupt erwünscht ist, begleitet das Verfahren seit Jahren.

Fünf Monate Zoom-Konferenzen, spätabendliche Telefonate, Beratungen zwischen Hotelsuiten und Kongressräumen. Cody Campbell, Berater des Präsidenten für College-Athletik, hat das Gesetz als "letzte und einzige Chance" bezeichnet, das Chaos zu ordnen. Es ist eine Formulierung, die viel verrät — nämlich, dass weitere Chancen nicht in Aussicht stehen.

Die Konferenzchefs der Big Ten und der Southeastern Conference, Tony Petitti und Greg Sankey, haben sich Zeit gelassen. Sie hielten ihre Zustimmung zurück, bis bestimmte Abschnitte des Gesetzes "zu ihrer Zufriedenheit" formuliert waren, wie es in der Sprache der Hauptstadt heißt. Am späten Mittwochabend wurde den beiden Konferenzen nach Informationen von CBS Sports eine überarbeitete Fassung übermittelt — die "best and final" Version. The Athletic hatte zuvor berichtet, der Entwurf finde zwar Unterstützung bei der NCAA und zahlreichen Division-I-Konferenzen, nicht jedoch bei den reichsten und mächtigsten Ligen des Landes.

Es gibt Anlass, das Wort "Schutz" im Titel des Gesetzes mit Vorsicht zu lesen. Greg Sankey selbst formulierte es auf den SEC Media Days mit einer Offenheit, die in solchen Räumen selten ist: "Wenn ein Gesetz produziert wird und vorankommt und schließlich unterzeichnet wird, wird die Ansicht sein: Wir haben diese Probleme gelöst. Und der Kongress wird sich der Besteuerung zuwenden, der Finanzierung, was auch immer, internationalen Fragen. Man macht eine Liste, sie haben viele wichtige Themen, und sie kommen nicht zurück, um Lücken zu schließen oder Probleme zu lösen."

Es ist eine bemerkenswerte Aussage. Sie räumt ein, dass das Gesetz, sollte es verabschiedet werden, als abgeschlossen gelten wird — Schlussstrich unter ein Thema, das in Washington keine dauerhafte Aufmerksamkeit genießt. Sankey sprach zugleich von der Notwendigkeit, "vernünftige Anpassungen" vorzunehmen, um Schlupflöcher zu schließen, die später nicht korrigiert würden. Das ist, in der Grammatik dieser Hauptstadt, ein kaum verschleierter Hinweis auf das Gewicht jener Stimmen, die das Redigieren übernommen haben. An den Telefonaten zwischen Sonntagnacht und dem frühen Montagmorgen nahmen nach übereinstimmenden Berichten auch Mitglieder von Präsident Trumps Komitee zur Rettung der College-Athletik teil.

Die NCAA, vertreten durch ihren Präsidenten Charlie Baker, unterstützt das Vorhaben. Das Gesetz werde "Studentensportlern beispiellose akademische, gesundheitliche und Wellness-Vorteile gewähren, außer Kontrolle geratene Agenten zügeln und Transfer-, Berechtigungs- und Umsatzbeteiligungsregeln stabilisieren", heißt es in einer Erklärung Bakers. Eine "Ebene des Spielfelds" solle her, "langfristige Stabilität" garantiert werden. Die Erklärung schließt mit einer Mahnung: kein Gesetz sei perfekt, aber dies sei die beste Chance, den Schutz zu liefern, den Athleten verdienten.

Das Weiße Haus hat sich eingeschaltet. Ein Sprecher erklärte am Donnerstag, Präsident Trump wolle den College-Sport retten, und er wolle das Gesetz unterzeichnet sehen. Es ist eine Klarheit aus einer Adresse, die sonst in Mehrdeutigkeiten lebt.

Doch der Zeitdruck ist real. Der Mehrheitsführer im Senat, John Thune, hatte in der vergangenen Woche Zweifel an einer baldigen Abstimmung gesät. Eine Cloture-Abstimmung, die das Gesetz zur Debatte freigeben würde, war für Montag im Gespräch. Ob sie stattfindet, ist offen. "Schrumpfender Optimismus", formulierte ein Bericht. "Alle Beteiligten konnten sich nicht rechtzeitig auf bestimmte Formulierungen einigen." Die Sommerpause naht, und mit ihr die Aussicht, dass der Entwurf liegen bleibt — vielleicht für Monate, vielleicht für eine ganze Sitzungsperiode. Allein in der vergangenen Woche wurden zahlreiche Eignungsklagen vor Gericht eingereicht; die Zahl der Verfahren, die das Gesetz eigentlich aus den Gerichtssälen herausholen soll, wächst weiter.

Senatorin Cantwell erklärte, man habe "Fortschritte beim Schutz von Frauen und olympischen Athleten" erzielt und das Gesetz näher an den Schreibtisch des Präsidenten gebracht. Schmitt sprach von einem "nicht nachhaltigen Wettlauf", der "weniger Teams, weniger Stipendien und weniger Möglichkeiten für Athleten" bedeuten werde, und von Regeln, die "Möglichkeiten schützen, Universitäten helfen, neue Einnahmen zu generieren".

Die Worte gleichen sich. Es sind die Worte, die man hört, wenn ein Kompromiss bevorsteht. Die großen Konferenzen — jene mit den größten Umsätzen, den umfangreichsten Medienverträgen, den weitesten Spendernetzwerken — haben ihre Vorbehalte angemeldet und sie zurückgezogen, als die überarbeitete Fassung vorlag. Der College-Sport ist in den vergangenen Jahren nicht nur eine Sportarena gewesen, sondern eine Industrie, deren Einnahmen jene vieler Unterhaltungsbranchen übersteigen.

Die Uhr tickt. Sie tickt für alle, die an diesem Tisch sitzen. Sie tickt besonders für jene, die an ihm nicht sitzen — die Athletinnen und Athleten, deren Verträge, Transfers, Berechtigungen und Umsatzbeteiligungen künftig von einem Gesetzeswerk geregelt werden sollen, das in den letzten Julinächten zwischen Hotelsuiten und Konferenzschaltungen seine endgültige Form fand.

Was das Gesetz tatsächlich enthält, wird sich zeigen, wenn der Kongress sich anderen Themen zuwendet. Und das, so hat es Greg Sankey angekündigt, wird er tun.

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