Das Pendel von Tennessee: Marsha Blackburns letzter großer Zug
Manche Niederlagen sind so höflich, dass sie wie Erfolge aussehen. In Nashville, dieser Stadt, die sich gern als die heimliche Hauptstadt der Musik verkleidet und doch nur die Hauptstadt der Komitees ist, hat am Donnerstagabend eine Frau ihren Mantel abgelegt, die zwei Jahrzehnte lang in den Korridoren der Macht nicht nur stand, sondern saß. Marsha Blackburn, Senatorin, zweimal wiedergewählt, Stammgastin im Kabelfernsehen, hat die Vorwahl der Republikaner für das Gouverneursamt in Tennessee gewonnen — mit der Leichtigkeit einer Frau, die weiß, dass der Raum ihr gehört.
Sie tritt die Nachfolge von Bill Lee an, der seit 2019 regiert und nun, von der Amtszeitbegrenzung sanft beiseite geschoben, seinem Nachfolger das Feld räumt. Lee, der im November 2022 den Demokraten Jason Martin, einen Geschäftsmann und Arzt, mit 64,9 zu 32,9 Prozent besiegte, sprach von „wirklich guten Leuten", die für das Gouverneursamt kandidierten, und erwähnte eine lange Freundschaft zu Blackburn, ohne sich festzulegen. Die höfliche Geste eines Mannes, der weiß, dass Höflichkeit in Tennessee eine Tugend und eine Waffe zugleich ist.
Drei Namen standen auf dem Wahlzettel der Republikaner. Blackburn, deren landesweites Profil durch regelmäßige Auftritte bei Fox News und anderswo beträchtlich ist; John Rose, vierfacher Kongressabgeordneter, achter Generation Farmer, Millionär und Gründer des IT-Zertifizierungsunternehmens Transcender Corp., seit 2019 in der Tennessee-Legislative; und Monty Fritts, Abgeordneter des Staatsparlaments. Eine interne Umfrage der Rose-Kampagne vom Juni zeigte Blackburn bei 44 Prozent, Rose bei 29, Fritts bei 12. Die Wähler folgten der Mathematik.
Bemerkenswert ist, was nicht geschah. Präsident Donald Trump, der in diesem Zyklus in anderen Gouverneursvorwahlen durchaus Empfehlungen aussprach, enthielt sich in Tennessee. „Unglücklicherweise kandidiert sie für das Gouverneursamt. Sie kandidiert für das Gouverneursamt von Tennessee. Ich hätte es lieber, wenn sie es nicht täte, ich habe sie angefleht", sagte Trump im Januar. „Ich sagte: ‚Marsha, tu es nicht. Wir wollen Sie nicht im Senat verlieren.'" Wer die Ironie dieses Zitats schätzt, schätzt auch die Politik. Trump fügte hinzu, Blackburn wäre eine gute Gouverneurin, und verwies auf Rose als „treuen Loyalisten". Ein Mann, der zwei Flanken bedient, ohne seine Handschrift zu offenbaren.
Blackburn ihrerseits tat, was Politiker tun, die keine unmittelbare Gunst des Präsidenten besitzen: Sie inszenierte ihre Nähe. Am Vorabend der Vorwahl veröffentlichte sie ein Foto mit Trump und schrieb: „Da Präsident Trump Macht und Autorität zurück in die Bundesstaaten sendet, bin ich bereit, für die Menschen des Volunteer State zu liefern und unseren Staat zum konservativen Anführer Amerikas zu machen." Der Freiwilligenstaat — so nennt sich Tennessee selbst, und die Berufung auf den Namen ist in der amerikanischen Politik nie zufällig.
Was sie als Gouverneurin zu tun gedenkt, hat sie in einem Wahlkampfvideo umrissen: „Als Gouverneurin werde ich Illegale abschieben, den Fluss von Drogen und Drogengeld stoppen. Wir werden Kartelle zerschlagen, Bargeldtransfers in Drogenoasen einschränken und Kriminelle und Illegale dort treffen, wo es wehtut — in ihren Geldbörsen." In einer viralen Anzeige zermalmte sie einen Glückskeks und sagte: „Man braucht keinen Glückskeks, um das herauszufinden. Hier in Tennessee werden wir das kommunistische China stoppen und Tennessee-Land schützen." Die Inszenierung war nicht subtil, aber Subtilität ist in Tennessee keine Wählerstimme.
In Tennessee haben die Demokraten seit zwanzig Jahren keine Gouverneurswahl mehr gewonnen. Fünf ihrer Kandidaten bewerben sich diesmal um die Nominierung, darunter Jerri Green, Stadträtin von Memphis. Die General Election im November dürfte, wenn die jüngere Geschichte ein Urteil erlaubt, eine Formsache werden. Derweil ist der zweite Senator des Staates, Bill Hagerty, unangefochten in der republikanischen Vorwahl und tritt für eine zweite Amtszeit von sechs Jahren an; fünf Demokraten hoffen, ihn im November herauszufordern. Damals, vor sechsunddreißig Jahren, gewann Al Gore seine letzte Wiederwahl — es war das letzte Mal, dass ein Demokrat in Tennessee einen Senatssitz eroberte.
Die Karten sind verteilt. Blackburn wechselt von Washington nach Nashville. Eine Postleitzahl weniger, ein Schreibtisch mehr. Die Rhetorik, die Sprache, die Gesten — sie alle bleiben. Was sich ändert, ist die Überschrift auf dem Briefkopf.
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