Der Probelauf des Herrn Satheesan: Was Keralam nach drei Monaten UDF wirklich hat
Man schreibt das Jahr 2026, und in Thiruvananthapuram geschehen erstaunliche Dinge. Drei Zebras aus Gujarat treffen ein, begleitet von Polizeieskorte, bestaunt von Reportern, die das Ereignis in den Spalten der Lokalpresse als kleinen Triumph verbuchen. Die Tiere kehren zurück in einen Zoo, der ein Jahrzehnt ohne sie auskommen musste, und Onam, das Fest der Heimkehr, gerät zum Fest der Wiederkunft überhaupt.
Man darf applaudieren. Man darf aber auch, mit der höflichen Kälte derjenigen, die das Parkett kennen, einen Schritt zurücktreten und fragen, was ein solches Tier-Ereignis über die Regierung verrät, der es zu Diensten ist.
Denn: V.D. Satheesan, 62 Jahre alt, ist seit dem 18. Mai dieses Jahres Chief Minister von Keralam. Die Vereidigung erfolgte nach einem Erdrutschsieg — 102 Sitze, eine Mandatsmehrheit, die in der jüngeren Geschichte des Staates ihresgleichen sucht. Drei Monate sind seither vergangen. Drei Monate, in denen der Premierminister sich redlich mühte, den Staat davon zu überzeugen, dass seine Regierung „business“ meint im Aufbau eines „Puthuyuga Keralam", eines Keralam neuen Zeitalters.
Es klingt hübsch. Es klingt nach Gen-Z. Es klingt nach dem Spitznamen, den das Internet dem lächelnden Ministerpräsidenten verlieh: „Pookie CM", in deutlichem Kontrast zur verschlossenen Miene seines Vorgängers Pinarayi Vijayan von der CPI(M).
Doch wer den Mann lächeln sieht, sollte wissen, dass der Vertragstext, den er unterschrieb, ein anderer ist als das Lächeln, das er zeigt.
Beginnen wir mit den Zahlen. Sechshundertzwei Projekte umfasst der 100-Tage-Aktionsplan, der am 1. Juli begann, über fünfzig Departements verteilt. Mit Stand heute, sechzig Tage vor Ablauf der Frist, sind dreizehn fertiggestellt. Dreizehn. Die Quote liest sich wie ein Eingeständnis, geschrieben in der Schrift, die Beamte verwenden, wenn sie unangenehme Wahrheiten diplomatisch verkleiden müssen: knapp zwei Prozent. Die Regierung selbst hat das eingeräumt. Sie nennt es „Prüfung". Man darf es auch als das lesen, was es ist: einen Probelauf, der die eigenen Grenzen sichtbar macht.
Doch das ist, mit Verlaub, die dekorative Seite der Medaille. Die andere Seite zeigt zwei tiefe Risse, die kein Manifest kitten kann.
Da sind zum einen die PRISM-Vertragsarbeiter, jene Beschäftigten, die im öffentlichen Bauwesen gegen die chronischen Krisen des Staates angemeldet wurden und deren Gehälter seit drei Monaten ausstehen. Drei Monatsgehälter. Onam steht vor der Tür — das Fest, das in Keralam nicht nur gefeiert, sondern als Lackmustest jeder Regierung gilt. Die PRD, die oppositionelle Linke, hat das Fehlen einer Onam-Erleichterung beim Namen genannt. Sie hat Recht. Eine Vertragspflicht, die drei Monate lang nicht erfüllt wird, ist in den Archiven, in denen ich gearbeitet habe, kein Vertrag mehr.
Und da sind die Energiepreise. Die Rechnungen werden, wie die internationalen Energieagenturen unisono erklären, „hartnäckig hoch" bleiben bis zum Ende des Jahrzehnts. Nicht ein Jahr. Bis 2030. Eine Aussage, die jeder Haushalt in Keralam in seiner eigenen Bilanz lesen wird — falls er noch eine aufmachen kann.
Vergleiche? Man muss sie suchen. Die Vorgängerregierung unter Vijayan hatte sich an Großprojekten wie SilverLine versucht und war am Widerstand der eigenen Bürger gescheitert. Satheesan hat SilverLine begraben — zu Recht, wie viele sagen. Er hat die „Indira-Garantie" ausgerufen, freie Busfahrt für Frauen in den einfachen Klassen der KSRTC, ein populärer Schritt, der bei den privaten Busbetreibern erwartungsgemäß auf wenig Gegenliebe stieß. Symbolpolitik? Vielleicht. Notwendige Symbolpolitik, möglicherweise.
Doch was, verehrter Leser, ist eine Garantie ohne Bezahlung derjenigen, die sie im Hintergrund tragen?
Wenn die Regierung antritt mit Vision 2031, mit 1.291 Programmen quer durch die Departements und dem Versprechen eines neuen Zeitalters, dann ist die Frage nach drei Monaten nicht, ob sie gelächelt hat. Die Frage ist, ob sie geliefert hat. Die Antwort fällt, in der Sprache der Bilanzen, in welche die PRISM-Arbeiter ihre Gehälter einreichen, eindeutig aus.
Die Zebras sind angekommen. Die Verträge sind offen. Onam wartet.
Man darf applaudieren. Man darf aber auch, mit der Diskretion einer Frau, die Handschuhe auch beim Schreiben nicht ablegt, sagen: Wir werden wiedersehen.
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