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28. August 2026

Dossier · Wissenschaft & Gesundheit

WALDBADEN GEGEN KLIMAANGST: JUGENDLICHE FORSCHEN AUF RÜGEN

28. August 2026 — — Prof. Kessler

Eine Woche lang haben zehn Jugendliche aus verschiedenen Standorten der Jugendredaktion zwischen Wäldern, Kreidefelsen und Mikrofonen verbracht. Beim Salon5 Klima-Sommercamp 2026, gefördert von der Targobank Stiftung, erkundeten sie gemeinsam mit dem NABU Mecklenburg-Vorpommern die Bedeutung gesunder Wälder für Klima und Gesundheit — und hielten ihre Ergebnisse in Podcasts, Reels und Storys für Instagram und TikTok fest.

KI-generierte Illustration zum Beitrag

Dass die Forschung den Aufenthalt im Waldklima für die menschliche Physiologie seit langem ernst nimmt, ist unbestritten. Was in Mecklenburg-Vorpommern stattfand, war indes kein kontrolliertes Experiment, sondern ein journalistisch-pädagogisches Programm. Die Teilnehmenden recherchierten, filmten, nahmen auf und produzierten — und tauchten dabei in genau jene Materie ein, über die sie berichteten. Man darf das eine Vorlage nennen, ein Studiendesign noch nicht.

Am ersten Tag ging es direkt in den Wald. In einem umweltpädagogischen Workshop lernten die Jugendlichen, wie eng Natur und menschliches Wohlbefinden miteinander verbunden sind. Sie liefen barfuß und mit verbundenen Augen durch das Laub und schärften ihre Sinne beim sogenannten Waldbaden. Für einige Stadtkinder, so schildert es der Bericht, eine echte Herausforderung. Belastbare Messungen — Herzfrequenz, Cortisol, Fragebogen — werden nicht erwähnt; was bleibt, ist die Beobachtung selbst.

Ein besonderer Programmpunkt war der Ausflug in den Nationalpark Jasmund auf Rügen. An verschiedenen Stationen setzten sich die Jugendlichen mit den Folgen des menschengemachten Klimawandels auseinander und erfuhren, welche Auswirkungen dieser auf Mensch und Umwelt hat. Bei einer geführten Wanderung entlang der berühmten Kreidefelsen lernten sie außerdem, warum saubere Luft und gesunde Meere eine wichtige Grundlage für die menschliche Gesundheit sind. Wer die Kreide riecht, sieht weiße Küste; wer die Wälder darüber vergisst, hat den Wald vor lauter Bäumen nicht gesehen — beides gehört zusammen.

Ein ASMR-Video mit den Geräuschen des Nationalparks gehörte ebenfalls zum Programm. Ob es das Klima oder die Sinne schärft, sei dahingestellt; Laubrascheln ist jedenfalls kein Treibhausgas.

Am letzten Tag wurde es persönlich. In einer Diskussion zum Thema Klima-Angst sprachen die Jugendlichen über ihre Gedanken und Gefühle zum Klimawandel, tauschten Perspektiven aus und entwickelten Ideen, wie sie mit der Herausforderung umgehen können. Ihre Gedanken hielten sie am Ende in Statements zu Klima-Angst fest. Was dabei zählte, waren Empfindungen, keine Messkurven.

Zwischen Workshops und Drehs blieb Zeit: Kajakfahren auf dem Ryck, Schwimmen und Lesen am Strand, Spieleabende. Gerade dieser Austausch zwischen Jugendlichen aus unterschiedlichen Regionen Deutschlands, so der Veranstalter, mache das Klima-Sommercamp jedes Jahr zu etwas Besonderem. Neue Freundschaften entstünden, Perspektiven erweiterten sich, und ganz nebenbei werde journalistisch gearbeitet.

Eine methodische Anmerkung sei erlaubt: Uns liegt ausschließlich der Eigenbericht von CORRECTIV vor, veröffentlicht am 7. August 2026. Was Waldbaden physiologisch tatsächlich misst — Herzfrequenzvariabilität, Cortisolwerte, standardisierte Erholungsskalen —, bleibt in dieser Quelle offen. Auch die Aussagen zur Klima-Angst sind nicht quantifiziert, sondern als persönliche Statements formuliert. Salon5 ist nach Veranstalterangaben als Träger der freien Jugendhilfe anerkannt und war zuvor bereits mit einem Projekt an die Öffentlichkeit getreten, in dem Jugendliche Desinformation auf TikTok entlarvten. Finanziert wurde das diesjährige Sommercamp von der Targobank Stiftung.

Für 2027 kündigt CORRECTIV bereits eine Neuauflage des Klima-Sommercamps an. Ob aus den Erfahrungen der diesjährigen Teilnehmenden belastbare Daten werden — oder nur gut geschnittene Reels, das wird man erst beurteilen können, wenn jemand die Messlatte anlegt.

Wer misst eigentlich, was der Wald bei Kindern hinterlässt, die ihn zum ersten Mal barfuß betreten?

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