Madurai, Tag fünf: Wo die Kasse schweigt und die Uhr nicht zählt
In Madurai zählen Stunden anders. Eine Quelle spricht von vierundzwanzig, eine andere vom fünften Tag — und beide haben zugleich recht, denn was hier protestiert wird, hat aufgehört, eine messbare Zeit zu kennen. Die Arbeiter der Tamil Nadu State Transport Corporation haben sich vor der Zentrale ihrer Division niedergelassen, und das, was sie fordern, ist so alt wie die Schulden, die ihnen der Staat schuldet. Es ist die Diskrepanz zwischen dem Versprechen staatlicher Fürsorge und der Wirklichkeit des Stillstands, die hier nackt auf dem Pflaster liegt.
Die Liste der Klagen liest sich wie das Inventar einer verwahrlosterten Buchhaltung: neun Monate ausstehende Lohnabschluss-Rückstände und Dearness-Allowance-Schulden, deren Fälligkeit sich niemand mehr erklären muss; die Forderung nach Auflösung des Vertragsarbeitssystems, das Beschäftigte in der Prekarität hält; die sofortige Besetzung von 30.000 unbesetzter Stellen, die das Netz der öffentlichen Beförderung längst hätte tragen sollen; die Streichung der Fünf-Prozent-Kappung bei compassionaten Anstellungen, die Familien den Zugang zum Broterwerb verwehrt — und über all dem, wie ein Dach ohne Sparren, die Auszahlung der Altersvorsorge und Pension an jene, die nach dem 1. April 2003 in den Dienst traten und seither im Niemandsland zwischen Anspruch und Auszahlung leben.
Die REWA-CITU, die den Protest organisiert, hat ihn als vierundzwanzigstündige Aktion angekündigt. Andere Berichte sprechen vom fünften Tag. Diese beiden Angaben stehen nicht als Widerspruch im Raum, sondern als Beleg — als Beleg für ein System, das nicht einmal seine eigenen Chronologien zusammenzuführen vermag, wenn es darum geht, seinen eigenen Arbeitern zuzuhören. Es ist die Unordnung selbst, die hier zur Signatur der Verwaltung geworden ist.
Was nicht zusammengeführt wird, sind Zahlen, die für sich selbst sprechen und die kein Sprecher mehr in Worte fassen kann. Über 700 Beschäftigte der TNSTC warten in Madurai auf ihre Altersleistungen. Seit April, so hat der State Vice-President der Employees Federation, V. Pitchai, gegenüber den Zeitungen verlauten lassen, haben mehr als 3.000 pensionierte Mitarbeiter ihre Retirement Benefits nicht erhalten. Mehr als 95.000 weitere Fälle harren einer Bearbeitung, die nicht stattfindet. Das sind keine Schätzungen; das sind Akten, die in Schubladen liegen, weil niemand die Anweisung gibt, sie zu öffnen.
Die Regierung von Tamil Nadu hat trotz anhaltenden Drucks keine Schritte zur Auszahlung der fälligen Beträge eingeleitet. Es ist ein Stillstand, der nicht mehr als bloße Verwaltungspanne beschrieben werden kann. Die Forderungen stehen, die Akten wachsen, die Überweisungen erfolgen nicht — und die Geduld derer, die warten, wird nicht einmal als eigene Größe gemessen.
D. Mariappan, Distriktpräsident der Gewerkschaft, hat den Protest geleitet; K. Arumuga Nainar, Generalsekretär der Föderation, hat ihn eröffnet. Ihre Namen stehen in den Meldungen, nicht in den Akten der Auszahlung. Die Männer und Frauen, die auf der Straße ausharren, haben ihre Forderungen präzise formuliert, weil Präzision das einzige ist, was ihnen noch bleibt: sofortige Auszahlung der ausstehenden Pensionen und Familienpensionen, haushalterische Brückenfinanzierung für die strukturelle Lücke zwischen Einnahmen und Ausgaben der Transportgesellschaften, das Ende der GCC-Modell-Verträge mit privaten Busbetreibern, den direkten Betrieb elektrischer Busse durch die Staatsgesellschaften selbst.
Es ist eine Petition an einen Staat, der nicht antwortet. Die Forderung nach Sicherheit — finanzieller, operativer, persönlicher — verhallt in den Korridoren der Verwaltung, wo die Akten wachsen und die Überweisungen stocken. Vierundzwanzig Stunden, sagt die eine Quelle. Fünfter Tag, sagt die andere. Was zwischen diesen beiden Angaben liegt, ist keine Zeit mehr; es ist die Form, die das Schweigen annimmt, wenn es zur Methode wird.
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