PERMIAN-DEAL, YANBU-SCHLAG, FÜNF PROZENT
Es gibt Stunden, in denen die Welt ihre Handschuhe ablegt und ihre Karten zeigt. Selten sind es die Stunden, die auf den Kalendern der Börsenmakler stehen. Häufiger sind es jene, die in den Logbüchern der Tanker verzeichnet werden und in den Bilanzen der Energiekonzerne, dort, wo die Tinte noch frisch ist und das Papier das Licht der Schiffsbrücke zurückwirft.
Am vergangenen Donnerstag tat Diversified Energy, was Konzerne tun, wenn die Zukunft sich zu verengen droht: Sie kaufte. Für annähernd 1,28 Milliarden Dollar übernahm das britisch-amerikanische Unternehmen Maverick Natural Resources, einen privaten Erdgasproduzenten, dessen Vermögen im Permian Basin und im westlichen Anadarko liegt. Vierhundertachtzig Nettobohrungen mit niedrigen Abnahmeraten, so melden die Quellen — jene Art von vorhersehbarer, langlebiger Produktion, um die das gesamte Geschäftsmodell von Diversified konstruiert ist. Die Transaktion, die größte in der Unternehmensgeschichte, wird die Umsatzbasis um etwa fünfundneunzig Prozent heben. Man nennt dies in der Sprache jener Männer, die in London und Houston zugleich zu Hause sind, einen "skalierten, betriebenen Posten". Man könnte auch sagen: einen Vorrat.
Zur selben Stunde, da die Anwälte in London ihre Kappen auf die Verträge senkten, bewegte sich auf dem Roten Meer ein anderes Dokument zur Unterschrift. Ansar Allah griff den Hafen von Yanbu an. Yanbu ist kein gewöhnlicher Hafen. Yanbu ist das westliche Ende der Ost-West-Pipeline, jener Arterie, die Saudi-Arabien erlaubt, das Nadelöhr von Hormuz zu umgehen und sein Öl direkt an die Verbraucher zu liefern. Die Pipeline ist seit Wochen außer Betrieb. Die Reparaturen, so heißt es aus Quellen, die sich mit derlei auskennen, werden einen Monat dauern. Manche schätzen: viele Monate.
Im Jahre 2022, als Ansar Allah die Energieinfrastruktur mit ähnlicher Präzision traf, stieg die Brent-Sorte auf hundertzwanzig Dollar pro Fass. Die Parteien einigten sich auf einen Waffenstillstand. Mohammed bin Salman, der seinen Weg durch die Wüste kennt, blinzelte zuerst. Heute stehen die Zeichen anders. Die Pipeline ist verletzt, der Hafen ist verletzt, und der Markt, dieser nüchterne Chronist der Geduld, notiert höhere Preise.
Was folgt, ist eine Mechanik, die älter ist als jeder Vertrag, der je in Genf unterzeichnet wurde. Steigende Energiepreise, getrieben von unterbrochenen Lieferketten und der Eskalation regionaler Konflikte, treiben die Inflationsraten nach oben. Die Inflation, dieses zähe Gespenst der modernen Geldwirtschaft, zwingt die Zentralbanken zur Wachsamkeit. Und die Zentralbanken sprechen durch jene Zahl, die an den Bildschirmen der Rentenmärkte flimmert: die Rendite der zehnjährigen US-Staatsanleihe. Sie hat in diesen Tagen die Fünf-Prozent-Marke überschritten.
Man darf diese Dinge als getrennte Phänomene betrachten. Man darf sie als Laune der Märkte lesen, als Ausdruck militärischer Notwendigkeit, als unternehmerischen Weitblick. Man darf auch glauben, dass die Handschuhe, die ich trage, ein Schutz vor der Kälte sind.
Aber die Zahlen verstehen sich prächtig. Ein Konzern, der seine Umsatzbasis um fünfundneunzig Prozent hebt, während die Energiepreise anziehen, ist ein Konzern, der in einer Welt der Knappheit wächst. Eine Pipeline, die monatelang außer Betrieb ist, wird jeden Tag ihres Stillstands zu einem Preisschild. Eine Rendite über fünf Prozent auf zehnjährige Staatspapiere ist, in der alten Sprache der Kontore, ein Hilferuf. Sie sagt: Das Vertrauen ist teuer geworden. Sie sagt auch: Wer jetzt Kapital sucht, zahlt dafür wie für ein Stück Brot im belagerten Paris.
Diversified Energy hat den Deal unterzeichnet. Die Bohrtürme im Permian werden weiter drehen. Das Gas wird weiter fließen. Die Bilanzen werden wachsen. Ob das Erlösung oder Mitschuld ist, werden jene entscheiden, die nach uns kommen — vorausgesetzt, es gibt noch jemanden, der die Bücher liest.
In Genf habe ich einmal einen Vertrag gesehen, der die schönste Präambel der Nachkriegszeit trug. Er wurde nicht eingehalten. Die Männer, die ihn unterzeichnet hatten, lächelten dabei. Ich erinnere mich, dass einer von ihnen Handschuhe trug, ganz wie ich.
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