Die sechzehnte Veräußerung
Die sechzehnte Runde hat begonnen, und die Inszenierung ist so vertraut wie das Klirren der Sektgläser auf einem Empfang, bei dem niemand mehr zuhört. Das Kohleministerium hat am Donnerstag in Neu-Delhi 25 Kohleblöcke zur kommerziellen Versteigerung freigegeben — die sechzehnte Runde eines Programms, das seit Jahren als Modernisierungsnarrativ verkauft wird und in Wahrheit eine der größten Vermögensübertragungen der jüngeren indischen Wirtschaftsgeschichte darstellt. Die Sprache des Vorgangs ist betont nüchtern; die Mechanik dahinter ist es nicht.
Die Blöcke verteilen sich auf neun kohleführende Bundesstaaten: Arunachal Pradesh, Bihar, Chhattisgarh, Jharkhand, Madhya Pradesh, Maharashtra, Odisha, Telangana und West Bengal. Einundzwanzig davon sind vollständig erkundet, vier lediglich teilweise — ein Detail, das in den Pressemitteilungen zumeist klein gedruckt wird, obwohl es die Verhandlungsposition der künftigen Käufer entscheidend verändert. Wer eine Lagerstätte erwirbt, deren Ausdehnung noch nicht abschließend vermessen ist, kauft eine Vermutung mit Aufschlag.
Die offizielle Lesart ist jene der Erneuerung. Neue Investitionen sollen angezogen, Einnahmen generiert, Beschäftigung geschaffen werden — ein Dreiklang, der in seiner Abfolge so vorhersagbar ist wie das Tischgespräch bei einem Staatsbankett. Man hört diese drei Begriffe so oft, dass sie bereits die Konsistenz von poliertem Marmor angenommen haben: glatt, kühl, nichtssagend. Dass die bisherigen fünfzehn Runden, zusammengenommen 147 Minen, Investitionen von über 55.000 Rupien Crore und Einnahmen von mehr als 47.500 Crore versprochen haben, gehört zur Grammatik dieses Sprechakts — einer Grammatik, deren Konjugationen stets in der Zukunft stehen, niemals in der Vergangenheit. Die Vergangenheit, so darf man unterstellen, wird von anderen verwaltet, und die Bilanzen, die sie hervorbringen würde, sind nicht für die Kameras bestimmt.
Es ist kein Zufall, dass die Sprache des Ministeriums den Begriff der Veräußerung meidet. Was hier stattfindet, ist die Überführung staatlich kontrollierter Bodenschätze in private Hand — ein Vorgang, der in den Wirtschaftsteilen als Auktion figuriert, in der Logik der Staatsführung jedoch eine Form der Souveränitätsabgabe darstellt. Kohle, die unter der Erde liegt, ist kein Produkt, sondern ein Erbe; sie gehört dem Gemeinwesen, bevor sie dem Konzern gehört. Dass dieser Vorgang als Wettbewerb deklariert wird, ändert nichts an seinem Wesen, sondern nur an seinem Etikett.
Die Argumentation der Beschäftigung trägt dabei nur oberflächlich. Arbeitsplätze entstehen nicht durch die Übertragung von Eigentum, sondern durch dessen Bewirtschaftung — und die Bewirtschaftung folgt längst anderen Imperativen als denen der lokalen Ökonomie. Maschinelle Gewinnung, zentrale Verwaltung, entfernte Gewinnausschüttung: Das sind die Strukturen, die ein Bergwerk in einen Bilanzposten verwandeln. Die Menschen in Jharkhand und Chhattisgarh wissen das. Sie haben es bei früheren Runden gesehen, sie werden es bei dieser Runde wiedersehen.
Was die Ministerialbürokratie nicht ausspricht, spricht die Geologie. Die Blöcke, die jetzt aufgerufen werden, liegen in Regionen, deren Wälder, Wasserläufe und Böden seit Generationen die Grundlage bäuerlicher Existenz bilden. Der Ausgleich zwischen Fördermenge und Folgelasten findet in keiner der vorgelegten Bilanzen statt — weder in den Crore-Summen der Pressekonferenz, noch in den Tabellen der Investitionszusagen. Es ist, als würde man eine Hypothek aufnehmen und die Zinsen in der Fußnote verbergen.
Die sechzehnte Runde folgt damit einem Muster, das inzwischen seine eigene Ästhetik entwickelt hat. Die Ankündigung erfolgt donnerstags, die Zahlen werden freitags zitiert, und am Montag beginnt jene Phase der kollektiven Gewöhnung, in der das Ungewöhnliche zur Routine wird. Wer in dieser Architektur nach Verantwortlichen sucht, sucht am falschen Ort. Die Verantwortung liegt in der Konstruktion selbst — in der stillen Gewissheit, dass sich das, was unter der Erde liegt, immer noch am besten in etwas verwandeln lässt, das oben Gewinn abwirft.
So geht es weiter. Blöcke werden verkauft, Versprechen werden notiert, und irgendwo zwischen den Sonntagsreden und den Quartalsberichten verschwindet die Frage, wem dieses Land eigentlich gehört — und wem es gehören sollte.
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