Neun Betrügereien und die Architektur einer Kleinstadtlüge
Es gibt Betrügereien, die man an ihrem Ausmaß erkennt, und solche, die man an ihrer Banalität erkennt. Jason Zadrozny, 46 Jahre alt, ehemaliger Vorsitzender des Ashfield District Council in Nottinghamshire, gehört zur zweiten Kategorie. Ein Carry-On-Filmklub. Eine Heritage-Gesellschaft. Etwas mehr als zehntausend Pfund, die durch Hände glitten, die für die Öffentlichkeit arbeiteten. Das Northampton Crown Court befand ihn nach einem vierwöchigen Prozess in neun Fällen des Betrugs und vier Fällen der Steuerhinterziehung für schuldig. Er trat zurück.
Dass Zadrozny überhaupt Ratsvorsitzender werden konnte, ist eine eigene Geschichte. 2007, mit Mitte zwanzig, galt er als jüngster Ratsvorsitzender Großbritanniens. Der Mann, der heute als Betrüger verurteilt wurde, war einst das Gesicht der Erneuerung — jung, lokal verwurzelt, sichtbar. Diese Sichtbarkeit wurde zum Betriebskapital seines späteren Vorgehens: Wer als Stadtrat bekannt ist, dessen Unterschrift unter einem Antrag auf Fördermittel wiegt schwerer als die eines Unbekannten. Die kommunalen Strukturen, die ihm einst zur Macht verhalfen, gerieten zum Werkzeugkasten seines Niedergangs.
Betrachten wir die Mechanik. Der Classic Cinema Club — ein Verein für Fans der Carry-On-Filme, jener britischen Komödienreihe, deren Name hier beinahe unfreiwillig zum Programm wird — erhielt im November 2018 eintausendzweihundert Pfund aus öffentlichen Mitteln. Im Juni des Folgejahres wurden sämtliche Mittel in bar abgehoben. Der Vorgang ist in seiner Nacktheit kaum zu überbieten: eine gemeinnützig anmutende Struktur, ein Zuschuss, ein Abheben. Was dazwischen liegen sollte — die Rechenschaft, die Buchführung, der Verwendungsnachweis — fehlte. Oder es wurde nicht eingefordert.
Parallel existierte die Heritage Society, die der Lokalbehörde mehr als neuntausend Pfund entlockte. Auch hier dasselbe Grundmuster: die Fassade einer kulturellen Trägerschaft, ein Förderantrag, die Auszahlung in eine Richtung, aus der das Geld als öffentliches zurückkommen sollte, aber nicht zurückkam. Zadrozny bediente sich. Die Summen sind nicht spektakulär. Sie sind genau deshalb bemerkenswert.
Was hier verhandelt wird, ist nicht das Vergehen eines Einzelnen. Was verhandelt wird, ist die Fragilität der kommunalen Kontrolle. Wer prüft einen Antrag auf Fördermittel für einen Filmklub? Wer verlangt Belege für die Arbeit einer Heritage-Gesellschaft? In Ashfield hat das niemand mit der nötigen Hartnäckigkeit getan. Oder es wurde geprüft, aber die Prüfung übersah das Offensichtliche: dass Vereine, die ausschließlich in den Händen eines Mannes liegen, der zugleich Ratsvorsitzender ist, keine unabhängigen Vereine sind.
Das System ist auf Vertrauen gebaut. Ein Ratsvorsitzender, der einen Verein gründet und für diesen Verein Fördermittel beantragt, bewegt sich in einem Bereich, der zumindest die Sorgfalt einer Doppelfunktion verlangt. Dass diese Sorgfalt nicht eingefordert wurde — weder durch kommunale Aufsicht noch durch die Verwaltungsebene des Councils — verweist auf eine Lücke, die größer ist als ein einzelner Betrüger. Die Lücke ist institutionell. Sie entsteht dort, wo Kontrollen formal existieren, aber praktisch schweigen. Wo ein Förderbescheid unterschrieben wird, ohne dass jemand fragt, wer hinter dem Antrag steht. Wo eine Barauszahlung erfolgt, ohne dass jemand fragt, wofür.
Zadrozny ist aus dem Amt. Die neuntausend Pfund der Heritage Society und die eintausendzweihundert des Filmklubs sind verschwunden oder, soweit rekonstruierbar, in privaten Taschen gelandet. Was bleibt, ist ein Ratsvorsitzender, der zurücktrat, ein vierwöchiger Prozess, dreizehn Schuldsprüche und eine Kommune, die sich fragen muss, welche ihrer anderen Förderbescheide denselben Weg gingen — nur diesmal ohne Gerichtsverfahren, ohne Schlagzeile, ohne Konsequenz.
Denn das ist die Struktur, die dieser Fall offenlegt: nicht die kühne Tat eines Meisterbetrügers, sondern die kleine, alltägliche Möglichkeit, die sich überall dort bietet, wo öffentliche Mittel durch lokale Kanäle fließen, in denen Vertrauen nicht kontrolliert, sondern vorausgesetzt wird. Zadrozny hat diese Möglichkeit genutzt. Wie viele weitere es taten, ist eine Frage, die bisher niemand stellte.
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