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Terminal Tribune

14. Oktober 2026

Dossier · Finanzen & Wirtschaft

Indiens BRICS-Quartal: 34 Prozent, China führt

14. Oktober 2026 — — E. Wolff

Die Bücher sind nicht ausgeglichen. Das war nie ein Versehen.

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Wenn man in der Handelskammer sitzt und zusieht, wie Zahlen über den Tisch wandern, lernt man eines schnell: Niemand schreibt 34 Prozent Wachstum aus Versehen. Niemand. Nicht in die richtige Richtung.

Indische Exporte in die Kernmärkte der BRICS — also nach China, Südafrika, Brasilien und Russland — sind in den Monaten April bis August des laufenden Finanzjahres um 34 Prozent gestiegen. 19,9 Milliarden Dollar. Das ist die Zahl, die in den Telegrammen steht. Das ist die Zahl, die in keinem westlichen Wirtschaftsmagazin auf der Titelseite steht. Vierunddreißig Prozent in vier Monaten. Man darf raten, warum.

Vierunddreißig Prozent klingt nach Konjunktur. Es klingt nach Aufschwung, nach neuer Achse, nach dem Ende der alten Sortieranlage. Lassen Sie sich nichts erzählen. Zahlen sind keine Achsen. Zahlen sind Ströme. Und Ströme folgen der Schwerkraft.

Wer führt diese Zahl an? China. Wer sonst. Die indischen Exporte nach Peking sprangen um 39 Prozent — also fünf Prozentpunkte über dem Durchschnitt der vier Kernstaaten. China ist nicht einfach „der größte Handelspartner". China ist der Sog. Wer 19,9 Milliarden Dollar in vier Länder drückt und davon den Löwenanteil über die Berge nach Nordosten schickt, der handelt nicht mehr mit einem Markt. Der handelt mit einer Maschine.

Und diese Maschine läuft. Chinas eigene Exporte — also die Lieferungen Pekings in die Welt — legten im selben Zeitraum um 36 Prozent zu, getrieben von KI-bezogener Hardware. Halbleiter. Seltene Erden. Rechenzentrumsausrüstung. Was dort über die Pässe und die Häfen rollt, ist kein Konjunkturprogramm mehr. Das ist ein Gebäude.

Lassen Sie mich das in die Sprache einer Werkstatt in Pune übersetzen — und in die Sprache einer Buchhaltung in Shenzhen: Wenn ein Land seine Importe um 39 Prozent hochfährt, während das Exportland gleichzeitig seine Ausfuhren um 36 Prozent anfeuert, dann redet man nicht mehr von Handel. Dann redet man von Verkettung. Von einer industriellen Symbiose, bei der Indien und China so tief ineinander stecken, dass keine Strafzollrunde und keine Konjunkturdelle das mehr auseinanderreißt.

Die übrigen drei — Südafrika, Brasilien, Russland — sind in dieser Zahl mitgerechnet, aber nicht das Hauptkonto. Sie sind die Relais. Die Stellen, an denen Ströme umgeleitet werden, wenn ein Kanal verstopft. Indien hat seine Russland-Exporte nach den Sanktionswellen nicht eingestellt. Es hat sie nur über andere Adressen geführt. Das ist kein Trick. Das ist Logistik. Wer behauptet, das sei Politik, hat noch nie eine Frachtliste gegengezeichnet.

China führt die Exporte Indiens in die BRICS an. China führt die Exporte überhaupt an. Indien folgt — mit 34 Prozent Schwung. Es ist ein Kreislauf. Und Kreisläufe sind das, was Aufsichtsräte am meisten fürchten: weil man Kreisläufe nicht entkoppeln kann, ohne die Patienten zu schädigen.

Pfeife aus. Zahlen auch.

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