Gelöschte Spuren, geförderte Akteure — Burnhams Schatten über Downing Street
Andy Burnham hat angekündigt, alle Details seiner Kontakte zur Führung von Manchester City zu veröffentlichen — jener Kontakte, die in seine Amtszeit als Bürgermeister von Greater Manchester fielen, die 2017 begann und im Juni 2026 endete, und über die britische Medien berichten, dass Teile aus der öffentlichen Akte entfernt worden seien. Die Ankündigung kommt zu einem Zeitpunkt, an dem jeder Satz, den der Premierminister über den zehnmaligen englischen Meister verliert, gegen ihn selbst verwendet wird.
Im Zentrum steht eine Begegnung, von der bis vor Kurzem nichts an die Öffentlichkeit drang: Am Rande des Global Investment Summit der britischen Regierung im Oktober 2021, ausgerichtet vom Department for International Trade, saß Andy Burnham, damals Bürgermeister, Khaldoon Al Mubarak gegenüber, dem Vorsitzenden von Manchester City. Al Mubarak vertritt die Abu Dhabi United Group, kontrolliert von Sheikh Mansour bin Zayed Al Nahyan, einem Mitglied der Herrscherfamilie der Vereinigten Arabischen Emirate. Es war, so erklärte die Greater Manchester Combined Authority am Montag, ein formelles Treffen. Daneben, in der stillen Architektur solcher Beziehungen, ein Zusammentreffen im September 2019 beim Testimonial-Match Vincent Kompanys, bei dem sich die beiden in den Stadionrängen informell begegneten. Die Behörde erklärte weiter, Burnham habe Heimspiele des Klubs als Gast besucht, „in der üblichen Weise deklariert". Louie French, sportpolitischer Sprecher der oppositionellen Konservativen, wertete die Mitteilung als unzureichend: sie enthalte „wenig Informationen über diese Treffen, über das, was besprochen und was möglicherweise vereinbart wurde". Burnham dürfe sich nicht hinter der Behörde verstecken.
Während die britische Öffentlichkeit die Akten Burnhams zu ordnen versucht, öffnet sich andernorts eine zweite Akte. Berichten zufolge hat die Labour-geführte Regierung Mittel bereitgestellt, mit denen linke Aktivistengruppen geschult wurden, deren erklärtes Ziel es ist, Nigel Farage an der Machtübernahme zu hindern. Zwei Vorgänge, die auf den ersten Blick wenig gemein haben, berühren denselben Nerv: die Bewegung großer Summen durch Räume, in denen Aufsicht eher Formsache als Kontrolle ist — hier Geld aus Abu Dhabi, das in Manchester Investitionen, Beziehungen und Erwartungen geformt hat, dort Gelder aus dem Staatshaushalt, die in zivilgesellschaftliche Strukturen fließen, welche die politische Landschaft formen sollen.
Burnham hatte gesagt, er wäre „really concerned", falls die Eigentümer Man Citys den Klub nach dem Schuldspruch verkaufen würden, und die Investitionen gepriesen, „nicht nur in das Etihad und den Campus darum herum, sondern auch in die Stadt". Das Echo war deutlich: bizarre Parteinahme, ein Sturm der Entrüstung, ein hastiges Dementi aus Downing Street, niemand sei „above the rules". Nun also die Transparenz, versprochen, nicht gewährt. Die Liberaldemokraten forderten Burnham auf, alle seine Treffen mit den Eigentümern offenzulegen; Kemi Badenoch forderte ihn auf, „alles" offenzulegen.
Und während die Forderungslisten wachsen, steht in den Spalten der britischen Zeitungen ein Wort, das schwerer wiegt als jedes offizielle Protokoll: „deleted". Secret freebies von Abu-Dhabi-Chefs, aus dem öffentlichen Register entfernt. City, erinnert die Liga, wurden für schuldig befunden, mehr als hundert finanzielle Regularien gebrochen und durch „sham contracts" Einnahmen künstlich aufgebläht zu haben.
Die Akte Burnham ist nicht nur die Akte eines Politikers. Sie ist die Akte einer Frage, die sich mit jeder Woche drängender stellt: wie weit die Kontrolle über das reicht, was zwischen Macht und Geld verhandelt wird — und wie wenig davon am Ende in jenen Registern landet, in denen eine Demokratie nachschlagen kann, was sie eigentlich wissen sollte.
❖ Ende des Artikels ❖
