Falten für zweitausend, warten bis Januar, zahlen für den Bruch
Neunzehnhundertneunundneunzig Dollar. So viel kostet das iPhone Duo, Apples erstes faltbares Telefon. Wer am vergangenen Freitag um acht Uhr Eastern Time auf "Bestellen" drückte, bekam nach wenigen Minuten die Antwort: Liefertermin Januar 2027. Alle Farben, alle Speichergrößen — vom 256-Gigabyte-Einstieg bis zur Zwei-Terabyte-Version. Selbst wer im Voraus Farbe und Speicher reserviert hatte, um den Vorgang zu beschleunigen, rutschte auf der Liste nach hinten.
Apple nennt das "außergewöhnliche Nachfrage". Das ist höfliches Amerikanisch für einen Engpass, den man sich selbst eingebrockt hat. Sechs Millionen Geräte könnte das Duo nach Schätzungen von Counterpoint Research in diesem Jahr absetzen. Die Aktionäre honorieren den Ansturm auf ihre Weise: Apples Aktie stieg am Tag der Vorbestellung vorbörslich um 1,8 Prozent. Was die Aktionäre weniger interessiert, ist die Rechnung, die ein Käufer bekommt, wenn er das Gerät zu Hause aufschlägt.
Denn bricht das Duo, bricht es teuer.
Apple hat diese Woche die Reparaturpreise ohne AppleCare Plus veröffentlicht. Eine beschädigte äußere Schutzschicht des Displays kostet 49 Dollar. Das Rückglas 199. Der Akkutausch 229. Eine defekte Rückkamera ebenfalls 229. Das äußere Display 379. Außendisplay und Rückglas zusammen 509. Der innere Faltbildschirm — also genau das Stück, das dieses Telefon zum faltbaren Telefon macht — kostet 999 Dollar. "Sonstige Schäden", der Sammelposten für alles, was Apple sich nicht einzeln auszudenken traut, schlägt mit 1.499 Dollar zu Buche.
Zum Vergleich: Beim iPhone 18 Pro verlangt Apple laut eigener Service-Seite 129 Dollar für den Akku und 159 Dollar für die Rückseite. Nicht billig, aber Preise für ein gewöhnliches Telefon.
Neunhundertneunundneunzig Dollar für den inneren Bildschirm. Neunzehnhundertneunundneunzig für das ganze Gerät. Die Reparatur des Kernstücks kostet damit rund die Hälfte des Neupreises — den halben Neupreis vor Steuern, ein bisschen mehr mit. Wer faltet, kauft ein Risiko im Wert eines halben Telefons. Wer das Display zerreißt, zahlt im Grunde ein zweites.
Apple weiß das. Deshalb AppleCare Plus. Für das Faltgerät kostet der Schutz 19,99 Dollar im Monat, 199,99 im Jahr oder einmalig 399 Dollar. Mit diesem Abo sinkt der Innendisplay-Schaden auf 99 Dollar, "sonstige Unfallschäden" ebenfalls auf 99, der Akku wird kostenlos getauscht. Was wie ein Sicherheitsnetz aussieht, ist eine zweite Miete auf ein Gerät, das man bereits bezahlt hat. Wer spart, spart am falschen Ende.
Die Alternative ist, das Telefon heil zu halten. Auch kein Leichtes. Das iPhone Duo verfügt über einen austauschbaren inneren Displayschutz, der ohne Beschädigung des Displays selbst abgenommen werden kann — das hat Apple selbst eingeräumt. Eine kleine Geste an Käufer, die vorsichtig sein wollen. Wer die Geste ignoriert und zuknallt, was Apple unter "sonstige Schäden" zusammenfasst, bekommt eine Rechnung, die sich liest wie der Neupreis eines anderen, ganz gewöhnlichen Mobiltelefons.
Kein Käufer hat das Duo bestellt, um es zu zerbrechen. Niemand steckt neunzehnhundertneunundneunzig Dollar und einen Termin in einem Apple-Laden in ein Telefon, um es zu schänden. Die Absicht ist immer die beste. Und trotzdem: Innerhalb von sechzig Minuten nach Vorbestellstart rutschten die Liefertermine ins nächste Jahr. Apple sprach von "außergewöhnlicher Nachfrage". Eine Stunde, in der das eigene Kontingent zusammenbricht, ist im Amerikanischen ein Kompliment, keine Panik.
Die Panik gehört den Käufern, die nach wenigen Klicks erfuhren, dass ihr Oktober-iPhone ein Januar-iPhone wird. In den sozialen Medien berichten Kunden von der Verschiebung — "star white" wie "night sky". Apples Retail-Stores waren am Starttag praktisch ausverkauft, weil der Lagerbestand online schon nach Minuten weg war. Apple behält sich traditionell einen kleinen Bestand für Laufkunden am 23. Oktober vor, dem Tag, an dem das Duo offiziell in den Handel geht. Die langen Schlangen vor Apple-Läden — jahrelang eine Art Jahrestreffen der Markentreue — feiern in dieser Woche ein verspätetes Comeback. Wer eines haben will, muss hingehen. Wer gehen muss, weil online nichts mehr geht, zahlt den eigentlichen Preis: Zeit.
Unterdessen hat Apple im September einen neuen Chef bekommen. John Ternus übernahm das Ruder und lieferte im ersten Monat ein faltbares Telefon, den HomeView-Smart-Home-Hub für 299 Dollar und, so berichtet Bloomberg, später im Oktober noch einen MacBook Pro mit Touchscreen. Ternus' erste Wochen lesen sich wie eine Inventur der Zukunft, die Apple sich vorstellt. Sechs Millionen verkaufte Duos dieses Jahr wären ein ordentliches Pfand. Sie wären auch ein Stresstest für die Werkstätten, die sie später reparieren sollen.
So sieht das neue Geschäft mit dem Falten aus. Man kauft ein Telefon, das im Januar eintrifft. Man schützt es mit einem Abo, das allein so viel kostet wie ein Mittelklasse-Smartphone. Bricht das Display, zahlt man entweder den halben Neupreis oder man hat das Avo endlich verwendet. Bricht nichts, hat man das Abo umsonst bezahlt. Man nennt das Luxus. Früher nannte man es auch Investition.
Das iPhone Duo erscheint am 23. Oktober — wenn man Glück hat und vor der Tür wartet. Wer von zu Hause aus bestellt, wartet bis 2027. Bezahlen darf man trotzdem jetzt.
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