Die bestellte Erweiterung der Pflicht
Shivamogga, Hassan, Karwar, Mysuru — über vier Distrikte hinweg steht in dieser Woche dieselbe Frau auf der Straße, und es ist bemerkenswert, wie genau sich ihre Forderungen gleichen, obwohl sie sich nie abgesprochen haben. Die ASHA-Mitarbeiterinnen — Accredited Social Health Activists, das Rückgrat einer öffentlichen Versorgung, die ohne sie längst zusammenbräche — fordern fünfzehntausend Rupien im Monat, fordern die Auszahlung ihrer seit fast einem Jahr verspäteten Anreize, und sie weigern sich, weiter Aufgaben zu übernehmen, die ihnen der Staat stillschweigend auf den Schreibtisch gelegt hat.
Es geht um mehr als Lohn. Es geht um die Frage, wer die Pflege bezahlt — und wer sie nur bestellt.
In Mysuru legte die Karnataka Rajya Samyuktha AASHA Karyakartheyara Sanghatane am Mittwoch ein Memorandum vor, in dem sie sich ausdrücklich gegen die Zuweisung zur Re-Verifizierung und zum Training im Rahmen des 'Gruha Lakshmi'-Programms verwahrt. Die Aufgaben gehörten nicht zum Gesundheitssektor, heißt es darin, und es sei den Mitarbeiterinnen unmöglich, Schulungen und Tätigkeiten außerhalb ihrer Pflichten wahrzunehmen. In Shivamogga und Hassan forderten die Protestierenden gleichzeitig, die monatliche Datenverarbeitung in der SAMASTA-Anwendung nicht länger mit ihren Anreizen zu verknüpfen; in Karwar formulierte es Padma Chalavadi, Distriktpräsidentin der AIUTUC, nochmals: Die Arbeiterinnen seien nicht gegen Technologie — aber ohne Geräte und ohne Server-Stabilität werde aus Dokumentation ein zweites Tagewerk.
Die Mechanik ist dieselbe. Der Staat digitalisiert die öffentliche Gesundheitsakte — SAMASTA dient der Erfassung demografischer und klinischer Daten — und überträgt die Eingabe jener Akte jenen Frauen, die ohnehin schon schwangeren Frauen die Eisenpräparate bringen, Kindern das Impfbuch führen, Tuberkulose-Patienten nachsetzen, wenn diese die Medizin absetzen. Viele von ihnen sind mit Smartphones nicht vertraut; die Tastatur soll auf Kannada und Englisch funktionieren, das tut sie oft nicht. Die Mietpauschale von 280 Rupien, die dasjenige ersetzen soll, was der Staat an Geräten schuldig ist, wurde eingestellt. Das Tablet kommt nicht.
Was hier verhandelt wird, ist kein einzelner Konflikt um ein einzelnes Honorar. Es ist die Architektur einer prekären Arbeitsökonomie, in der die steigenden Anforderungen des Staates auf ein stagnierendes Lohnniveau treffen — und in der die Frauen, die diese Diskrepanz täglich in ihren Haushalten ausgleichen müssen, nun die einzigen sind, die sie beim Namen nennen.
Die Vergleichszahlen, die die Protestierenden selbst zitieren, lesen sich wie eine Anklageschrift: ASHA-Mitarbeiterinnen in Kerala, Maharashtra, Westbengalen und Haryana erhalten demnach mehr als fünfzehntausend Rupien. In Karnataka wurde das Honorar in neun Jahren um lediglich fünfzehnhundert Rupien erhöht, wie Gangadhar Badiger, Ehrenberater der AIUTUC, in Karwar vorrechnete. Die Lebenshaltungskosten sind in diesem Zeitraum nicht um fünfzehnhundert Rupien gestiegen.
Doch die Proteste der ASHA-Arbeiterinnen stehen nicht allein. Sie sind ein Knoten in einem Netz, das sich derzeit über ganz Karnataka zieht. Vertragsarbeiterinnen und Vertragsarbeiter fordern die Umsetzung der revidierten Mindestlöhne, deren Inkrafttreten die Verwaltung seit Monaten verzögert; die Beschäftigten der CMWSSB — des städtischen Wasser- und Abwasserversorgungsrats — verlangen faire Löhne für lange Schichten, in denen sie eine Infrastruktur am Laufen halten, ohne die keine der Frauen, die jetzt auf der Straße stehen, ihre Häuser versorgen könnte. Es ist derselbe Stoff, nur in anderer Schnittführung: ein Staat, der die Arbeit verfeinert, ohne den Preis nachzuverhandeln.
In Shivamogga führte Chandrakala den Protest an, in Hassan Mamatha und Pushpalatha, in Karwar Padma Chalavadi. Die Memoranden wurden übergeben, die Zusagen gemacht. Der District Health Officer Sanjay Doddamani versprach in Karwar, es würden Anweisungen ergehen, dass die Arbeiterinnen nicht zur Nutzung der Samasta-Anwendung gezwungen würden. Allah Baksh, stellvertretender Sekretär der Zilla Panchayat, kündigte eine Sitzung an, in der über die weiteren Forderungen gesprochen werden solle. In Mysuru wandte sich die Sanghatane direkt an Gesundheitsminister U.T. Khader.
Es sind die üblichen Sätze, die übliche Architektur der Verschiebung. Eine Sitzung wird einberufen, ein Bericht angefordert, eine Anweisung erteilt — und die nächste Datenreihe wird in der Zwischenzeit in jene Telefone getippt, die den Arbeiterinnen gehören, auf deren Rücken die Verwaltung weiter verfährt.
Was offen bleibt, ist nicht die Frage nach dem richtigen Honorar. Fünfzehntausend Rupien ist die Zahl, die auf den Plakaten steht. Was offen bleibt, ist die Frage nach dem Umfang: Welche der zusätzlichen Aufgaben — die SAMASTA-Eingabe, die Gruha-Lakshmi-Re-Verifizierung, die GPS-Pflicht, die App-gestützte Anwesenheitsdokumentation — sollen tatsächlich bezahlt werden, und welche sollen stillschweigend zurück auf den Schreibtisch der Mitarbeiterinnen wandern, sobald die Kameras weg sind. Die Antwort darauf steht in keinem Protokoll. Sie steht in der Hand, die am nächsten Morgen wieder klingelt.
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