Während Alaska um ein Wort ringt, fragt keiner nach 77.884 Dollar
Wenn die Bilanz einer Amtsinhaberin nicht standhält, tritt im Wahlkampf zuerst ein anderes Wort auf die Bühne — eines, das laut genug ist, um über die Bilanz hinwegzutönen. Im Fall von Mary Peltola, ehemalige demokratische Kongressabgeordnete aus Alaska und heute Kandidatin um den Senatssitz des Republikaners Dan Sullivan, lässt sich dieses Spiel derzeit an Zahlen ablesen, die vor jedermann liegen.
Zwei frühere Mitarbeiter — anonym, aus Furcht vor Repressalien — wollen nach einem Bericht des Onlinemagazins Alaska Landmine beobachtet haben, dass Peltola im Jahr 2024 mehrfach das N-Wort benutzt habe, unter anderem am Abend des 25. Oktober 2024 nach einem Dinner der American Legion Post 34 zu Ehren afroamerikanischer Soldaten, die im Zweiten Weltkrieg am Bau der Alaska-Kanada-Autobahn mitgewirkt hatten. Ein anderer Mitarbeiter habe berichtet, Peltola sei über Ed Wesley, einen früheren Kommandeur des Postens und ehemaligen Präsidenten der Anchorage NAACP, wütend geworden und habe ihn mehrfach als „scammer" bezeichnet, gefolgt von jenem Wort. Peltola, so die Quelle, habe gesagt: „I can't believe that n****r."
Es sind schwere Vorwürfe, die einer sorgfältigen Prüfung bedürfen — zumal sie aus einer einzelnen anonymen Quelle stammen und kein zweiter Beleg sie stützt. Die New York Times hatte zwei Wochen zuvor aus eigener Recherche über 24 frühere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von teils verbaler, teils physischer Belästigung durch Peltola berichtet; Peltola wies Teile der Vorwürfe zurück, räumte andere ein und entließ ihre Stabsspitze vor der Vorwahl in Alaska. Ihr Wahlkampfmanager Anton McParland schied aus. Es ist ein dokumentiertes Muster, in dem die jüngste Anklage kein Fremdkörper wäre.
Daneben hat Peltola in fünf Legislaturperioden im Repräsentantenhaus von Alaska 77.884 Dollar bezogen — die höchste Bezahlung, die ein Mitglied dieses Hauses je erhalten hat. 18,6 Prozent der namentlichen Abstimmungen verpasste sie in derselben Zeit. Sie ließ sich überdies einen Hawaii-Urlaub von der Steuerkasse erstatten. Es ist die Rechnung, die jedes Mitglied einer Volksvertretung zu verantworten hat.
In diese Rechnung hinein trifft der neue Angriffsspot, den Senator Dan Sullivan gemeinsam mit dem NRSC veröffentlicht hat. Sullivan spricht darin von „verzweifelten Lügen" Peltolas, von einer „persönlichen" Kampagne gegen ihn und seine Familie und von Schecks, die Peltola von Epstein-Verbindungspersonen entgegengenommen habe — eine Liste mit Namen wie Jon Stryker, Peter Kellner, Laura Lauder, Mark Nunnelly, Cale und Django Bonderman, Laurie Michaels und Steven Spielberg, die sich laut einer Townhall-Recherche auf mehr als 140.000 Dollar summiert. Die Schlussfolgerung, die Sullivan ableitet, ist eine politische; die Spenderzahl ist eine bilanzielle.
Die Frage, die sich hier stellt und die Alaska sich gefallen lassen muss, geht nicht zuerst um das eine Wort. Sie geht zuerst um eine Zahl: 77.884 Dollar Gehalt, 18,6 Prozent Abwesenheit, ein erstatteter Flug nach Honolulu. Wenn eine gewählte Vertreterin diese Bilanz vorlegt, ist es folgerichtig, dass das lauteste Wort der Saison jenes ist, das über die Bilanz am wenigsten verrät. Die Verifikationspflicht, die dem Wort zukommt, ist nach journalistischem Maßstab die höchste: Einzelquelle, anonym, kein zweiter Beleg. Die Verifikationspflicht, die der Zahl zukommt, ist die schlichteste: ein Blick in die öffentliche Abrechnung.
Beide Pflichten bestehen. Welche zuerst bedient wird, ist journalistisch wie politisch eine Wahl. Die lauteste Stimme der Saison kommt aus dem ersten Register, die leiseste aus dem zweiten. Das ist kein Zufall, aber auch kein Plan.
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