Die Rückerstattungsfabrik: 81 Millionen Dollar laut Anklage ausgezahlt
Neuntausend falsche Steuererklärungen, mehr als 177 Millionen US-Dollar an verlangten Rückerstattungen und rund 81 Millionen, die der Internal Revenue Service laut Anklage tatsächlich auszahlte: Das ist kein verirrter Antrag, sondern eine Maschine. Eine Bundesanklage beschuldigt sechs Personen im Umfeld des einzigen Steuerbüros JB Accounting Tax Service LLC in Mobile, Alabama, mehr als 9.000 Steuererklärungen mit falschen Angaben versehen zu haben. Ein Urteil steht aus.
Nearly 9,000 false tax returns, more than $177 million in refunds sought and roughly $81 million actually paid out by the Internal Revenue Service, according to the indictment: This is not a mistaken filing but a machine. A federal indictment accuses six people associated with the sole tax preparation business, JB Accounting Tax Service LLC in Mobile, Alabama, of preparing more than 9,000 returns containing false information. The case is still awaiting a verdict.
Die Chefin ist Jennifer Beverly, 47. Sie besaß und führte das Büro von ungefähr 2022 bis 2024. Die fünf Mitarbeiter Jadasha Bowman, 28, Kennedy Lawrence Stovall Winston, 42, Solida Lucille Green, 36, Paris Lovett alias Paris Johnson, 30, und Shermeka Benjamin, 38, sind ebenfalls angeklagt. Die Staatsanwaltschaft wirft allen sechs vor, das gemeinsam von etwa 2021 bis 2024 betriebene Schema mit falschen Erklärungen gefüllt zu haben. Die Anklage nennt 2021 als Beginn, Beverlys Eigentümerrolle aber erst ab etwa 2022; ihr früherer Einsatz bleibt offen.
Der Betrug sitzt in den Formularen, nicht nur in einer einzigen falschen Position. Die Anklage nennt unechte Schedule-C-Angaben zu Betriebseinnahmen und -ausgaben, COVID-19- und Kraftstoffsteuergutschriften, falsch angesetzte Tilgungen von Gutschriften, geschätzte Steuerzahlungen, falsche Schedule-A-Abzüge, Schedule-3-Einträge sowie Bildungsgutschriften. Beim Rechenweg des Fiskus können falsche Betriebsverluste und Abzüge die Steuerlast senken; überhöhte Gutschriften erhöhen den rückzahlbaren Betrag; angeblich geleistete Zahlungen sollen den Abzug einbehaltener Steuern verringern. Ein Antrag konnte damit mehrere Hebel zugleich ansetzen. Welche Angabe auf den 9.000 Erklärungen wie viel ausmachte, ist nicht aufgeschlüsselt. Die Gesamthöhe ersetzt keine geprüfte Schadensrechnung.
Die Zahlen zeigen die Größe des Lochs. Über die 9.000 Erklärungen hinweg verlangten die Anträge im Mittel mehr als 19.000 Dollar je Rückerstattung. Ausgezahlt wurden aber nur etwa 46 Prozent der verlangten 177 Millionen; rund 96 Millionen wurden nicht ausgezahlt. Fast jeder zweite geforderte Dollar verließ die Kasse. Dass die übrigen 54 Prozent blieben, macht die Rechnung nicht kleiner; es zeigt nur, wie viel trotzalledem durchging. Das ist das Systemproblem: Ein Filter, der mehr als die Hälfte zurückhält, kann den Rest immer noch in Millionen verwandeln.
Die juristische Abrechnung folgt demselben Muster. Alle sechs sind mit Verschwörung zum Drahtbetrug angeklagt, also gemeinschaftlicher Täuschung bei elektronisch übermittelten Erstattungsforderungen. Hinzu kommen 105 weitere Drahtbetrugsanklagen: 63 gegen Beverly, je 11 gegen Bowman, Green und Lovett, fünf gegen Winston und vier gegen Benjamin. Bei einer Verurteilung drohen Haft, Bewährungsaufsicht, Geldstrafen und Rückerstattung. Die Anklage enthält außerdem eine Einziehungsklausel: Für jeden Angeklagten wird ein Geldurteil über die angeblich erzielten Erlöse verlangt; sie nennt zwölf Immobilien, die einem oder mehr von ihnen gehören.
Der Vertrauensbruch liegt in der Rolle des Steuerbüros: Wer Formulare für andere ausfüllt, steht zwischen Bürgern und Staat. Die Anklage macht aus sechs Beschuldigten 9.000 Anträge und aus mehr als 19.000 Dollar je Erklärung mehr als 177 Millionen behauptete Ansprüche. Sie beschreibt damit eine industrielle Herstellung falscher Forderungen, liefert aber keinen Beleg für eine Unterwanderung des gesamten IRS. Offen bleiben die Identität der Erklärenden, die Freigabe der Anträge und die Kenntnis Betroffener. Die veröffentlichten Angaben belegen die Größe der Maschine, nicht die vollständige Kette jedes einzelnen Antrags.
Wie hoch der Schaden tatsächlich ist, lässt sich mit den vorliegenden Zahlen nicht endgültig sagen. Rund 81 Millionen sind der bislang bezifferte, laut Anklage ausgezahlte Betrag; 177 Millionen sind die behaupteten Gesamtforderungen. Die Differenz von etwa 96 Millionen ist kein erlittener Schaden, sondern eine nicht ausgezahlte Forderung. Die Angaben enthalten keine vollständige Prüfung von Zinsen, bereits zurückgezahlten Beträgen oder eingezogenem Vermögen. Rückzahlungen mindern den Schaden, statt ihn zu vergrößern. Sollten weitere Anträge oder Einnahmen auftauchen, wäre selbst 81 Millionen nur eine Zwischenbilanz. Dokumentiert sind bislang die behauptete Reichweite und der bezifferte Auszahlungsbetrag; wie weit der tatsächliche Schaden reichen könnte, weiß die Akte noch nicht.
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